Geldstrafen : 216 Millionen Euro Bußgelder für ProSiebenSat1 und RTL

Die Privatsender-Gruppen ProSiebenSat1 und RTL zahlen Geldstrafen von zusammen 216 Millionen Euro, um Untersuchungen des Bundeskartellamts bei ihren Werbezeitvermarktern zu beenden.Ein jahrelanger Rechtsstreit soll so abgewendet werden.

München/LuxemburgProSiebenSat1 zahlt 120 Millionen Euro, RTL 96 Millionen Euro. Dies teilten ProSiebenSat1 in München und die RTL Gruppe in Luxemburg mit. Im Gegenzug stellt das Kartellamt die Verfahren gegen beide mit ihren Vermarktern SevenOne Media und IP Deutschland ein, wie eine Sprecherin des Bundeskartellamtes bestätigte.

SevenOne Media und IP Deutschland verpflichteten sich, das vom Kartellamt bemängelte Rabattsystem umzustellen. Das Bundeskartellamt hatte die beiden Konkurrenten im Juni durchsuchen lassen, weil ein "Verdacht auf Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung sowie wettbewerbsbeschränkende Absprachen bei der Vermarktung von Fernsehwerbung" bestand. Der Geschäftsführer IP Deutschland, Martin Krapf, betonte: "Wir sind ausschließlich aus einem Grund auf diesen Vergleich eingegangen: Wir brauchen Planungssicherheit für alle Beteiligten." Man könne und wolle sich keinen "jahrelangen Rechtsstreit und die damit verbundenen Unsicherheiten" leisten. (mit dpa)