Gen-Kartoffel : Versuchsanbau ist vorerst verschoben

Die für morgen geplante Aussaat der Amflora-Knollen in Mecklenburg-Vorpommern ist verschoben worden. Die zuständigen Landesbehörden müssen erst über den umstrittenen Anbau der Gen-Kartoffeln abstimmen.

SchwerinBundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) hatte dem Versuchsanbau der Gen-Kartoffeln mit einer Anbaufläche von 20 Hektar zugestimmt. Mecklenburg-Vorpommerns Agrarminister Till Backhaus (SPD) fordert, den Versuchsanbau zu stoppen. Er kritisierte die Größe von 20 Hektar als einen unzulässigen Anbau und äußerte Sicherheitsbedenken.

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit erwartet beim Versuchsanbau keine schädlichen Einflüsse auf Menschen, Tiere und Pflanzen. Es verhängte jedoch vorsorglich Sicherheitsauflagen. Die Amflora-Knollen waren in Bütow bereits 2007 und 2008 unter fortwährenden Protesten angebaut worden.

Die Kartoffel entwickelt durch Genmanipulation eine höherwertige Stärke, aus der unter anderem Papier und Klebstoffe gewonnen werden können. Die Universität Rostock plant in den kommenden vier Jahren weitere Anbauversuche mit genveränderten Kartoffeln.

Aigner hatte im April die Diskussion um Gentechnik mit dem Anbauverbot für den Genmais MON 810 entfacht. (sh/dpa)