Genetik : Erbgut der Kuh entziffert

Rinder sind mit Menschen näher verwandt als mit Mäusen und Ratten. Das ist ein Ergebnis umfangreicher Analysen, bei denen das Erbgut der Wiederkäuer erstmals komplett entziffert wurde.

Mehr als 300 Forscher aus 25 Ländern arbeiteten gut sechs Jahre lang an diesem Vorhaben. Erste Erkenntnisse haben die Wissenschaftler jetzt im Fachmagazin „Science“ veröffentlicht.

Das Genom der Kuh umfasst mindestens 22 000 Gene, die in 29 Chromosomen sowie zwei Geschlechtschromosomen enthalten sind. Auffällig sei, dass sich das Rindergenom im Lauf der evolutionären Entwicklung der Tiergruppe deutlich verändert habe, schreiben die Forscher. Es verfüge über auffallend viele Bereiche, in denen sich Erbgutabschnitte wiederholen oder neu angeordnet haben. Das betrifft vor allem die Gene, die wichtig für die Milchbildung und Abwehr von Krankheitserregern sind. Weitgehend unverändert blieben jene Erbgutabschnitte, die mit dem Stoffwechsel verbunden sind. Im Gegensatz zu vielen Tieren, für die Gras unverdaulich ist, können Rinder in ihren vier Mägen, in denen zahlreiche Mikroorganismen leben, Zellulose verwerten.

Von der weiteren Analyse der Erbanlagen erhoffen sich die Forscher nun Vorteile für die Zucht – also Tiere, die mehr Milch geben, besseres Fleisch entwickeln und weniger anfällig für Krankheiten sind. „Das Bevölkerungswachstum und die sich ändernden Ernährungsgewohnheiten in den Entwicklungsländern erfordern gravierende Verbesserungen in der Nahrungsmittelproduktion“, sagt Douglas Kell, einer der beteiligten Wissenschaftler.nes

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