Gentechnik : Weltweit erste Stammzell-Therapie-Tests genehmigt

In den USA werden erstmals Versuche einer Stammzell-Therapie an querschnittsgelähmten Menschen durchgeführt. Die Genehmigung erfolgte kurz nach der Amtsübernahme von US-Präsident Barack Obama.

Eine Gentechnik-Firma in den USA hat nach eigenen Angaben die weltweit erste Genehmigung für Versuche einer Stammzell-Therapie am Menschen bekommen. Die US-Arzneimittelaufsichtsbehörde FDA habe Geron erlaubt, an freiwilligen Versuchspersonen mit Rückenmarksverletzungen eine Stammzell-Therapie zu testen, teilte das im kalifornischen Menlo Park ansässige Unternehmen am Freitag mit.

Bei der Therapie namens GRNOPC1 sollen nach Angaben des Unternehmens Stammzellen in das verletzte Rückenmark von Querschnittsgelähmten gespritzt werden. Dies solle eine Regeneration der Nervenzellen ermöglichen, so dass die Betroffenen die vorher gelähmten Körperteile wieder spüren und bewegen könnten. Stammzellen haben die besondere Eigenschaft, sich zu jeder beliebigen Körperzelle entwickeln zu können.

Risiken sollen erforscht werden

Die Genehmigung gilt laut Geron zunächst für eine erste Testreihe mit nur wenigen Patienten, bei der insbesondere eventuelle Risiken der Therapie untersucht werden sollen. Danach sollen zwei weitere Testreihen mit mehr Teilnehmern folgen. Für die Genehmigung hatte das Unternehmen nach eigenen Angaben einen 21.000 Seiten starken Bericht bei der FDA eingereicht, der unter anderem belegen sollte, dass die Therapie an Mäusen und Ratten bereits erfolgreich getestet wurde.

Die Genehmigung erfolgte wenige Tage nach der Amtsübernahme von US-Präsident Barack Obama, dessen Vorgänger George W. Bush die Stammzellforschung eingeschränkt hatte. Die FDA bestätigte die Genehmigung zunächst nicht.

Die Stammzelltherapie ist umstritten. Befürworter heben hervor, dass mit Hilfe der wandlungsfähigen Zellen in Zukunft möglicherweise verschiedene Krankheiten und Verletzungen geheilt werden könnten. Die Gegner äußern insbesondere ethische Bedenken, da die Zellen aus menschlichen Embryos gewonnen werden. Zudem traten bei Labortests mit Stammzellen mehr Schwierigkeiten auf als zunächst erwartet. Die schwierigste Aufgabe ist es, die Stammzellen sich in die gewünschte Zellart entwickeln zu lassen, ohne dass aus ihnen Tumore entstehen oder es Abstoßungsreaktionen gibt. (küs/AFP)