Der Tagesspiegel : Geschäft im Alltag

Guben kooperiert mit Gubin, nur mit der Sprache hapert es

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„Das größte Problem bei der Kooperation sind die Sprachbarrieren“, sagt Fred Mahrow, der VizeBürgermeister von Guben. Auf polnischer Seite sei die Bereitschaft, Deutsch zu lernen, noch immer viel größer als umgekehrt. So seien zweisprachige Speisekarten in den Kneipen des polnischen Gubin längst selbstverständlich, im deutschen Guben aber noch immer die Ausnahme. Dennoch, so Mahrow, ändere sich dies langsam: So büffeln derzeit an der Volkshochschule 60 Gubener Polnisch. Aber sonst bestimmt die deutsch-polnische Grenzlage natürlich schon oft den Alltag hier, selbst im Kleinen. So hätten sich die vier Gubener Baumärkte schon lange auf polnische Kunden eingestellt, berichtet Mahrow. Es sei selbstverständlich, dass in jedem ein Verkäufer perfekt Polnisch spreche, in Polen begehrte Waren gleich am Eingang präsentiert würden, etwa kleine Schlagbohrmaschinen: „Die gehen palettenweise weg.“ Es gibt ein gemeinsames Klärwerk. Beide Stadträte kooperieren, tauschen Vorlagen aus, so dass jeder über die Planungen des anderen informiert sei. Allerdings gibt es auch negative Beispiele. So habe Guben eine moderne Schwimmhalle, sagt Mahrow. Jetzt werde auch eine in Gubin gebaut. Dabei sei klar, dass sich auf Dauer die Doppelstadt mit 40 000 Einwohnern nicht zwei Schwimmhallen leisten könne. thm

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