Geschäftsrückzug : Iran droht deutschen Banken mit Konsequenzen

Die iranische Zentralbank ist sauer auf deutsche Banken: Weil diese ihre Geschäfte aus dem Land zurückgezogen haben, droht der Iran nun mit Repressalien. Hinter dem Rückzug sollen die USA stecken.

Deutsche Bank
Auch die Deutsche Bank hat ihre Geschäfte im Iran eingestellt. -Foto: ddp

HamburgDie iranische Zentralbank warnt Deutschlands Banken vor geschäftlichen Nachteilen als Folge ihres Rückzugs aus dem Land. "Wir sind nicht glücklich mit der Entscheidung der Banken", sagte Notenbank-Vizegouverneur Mohammed Dschafar Modscharrad der "Financial Times Deutschland". "Es gibt keine Garantie dafür, dass man in guten Zeiten wieder zurückkehren kann. Unsere Wirtschaftsbeziehungen beruhen auf Vertrauen, und es ist sehr schwer, dieses Vertrauen wiederherzustellen, wenn es erst einmal verletzt wurde."

Der Zentralbank-Vize reagierte damit auf die Angst deutscher Großbanken, mit dem Iran Geschäfte zu machen. Deutsche Bank und Commerzbank haben in den vergangenen Monaten schrittweise ihre Iran-Aktivitäten zurückgefahren. Am Dienstag hatte die Dresdner Bank bekanntgegeben, ihre Geschäfte mit dem Iran komplett einzustellen. Die Institute fürchteten Einbußen im für sie enorm wichtigen Geschäft mit den USA. Im vergangenen Jahr hatten weitere Großbanken ihren Dollar-Zahlungsverkehr mit Iran eingestellt, darunter Credit Suisse Group, UBS, ABN Amro sowie Banken aus Frankreich und Großbritannien.

Hintergrund sei, dass sich die amerikanische Regierung seit Monaten darum bemüht, das wegen seines Atomprogramms in der Kritik stehende Land vom internationalen Geldverkehr abzuschneiden, so die "FTD". Unterhändler aus Washington haben der Zeitung zufolge deutschen Bankvorständen bei mehreren informellen Treffen Konsequenzen angedroht, wenn sie sich nicht aus dem Iran zurückzögen. (mit dpa)