Der Tagesspiegel : Gestörtes Reformationsshopping

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Manchmal macht sich die weltpolitische Lage auch im eigenen Terminkalendar breit, was für gewöhnlich nervt - am heutigen Reformationstag erst recht. Nach der Wende von den Ostländern flugs als gesetzlicher Feiertag mit religiösem Hintergrund verankert, wurde der Tag, der die Leistung Martin Luthers würdigen soll, schnell zur Prima-Shopping-Gelegenheit. Zumindest im Umfeld anders befeiertagter Regionen, also speziell in Brandenburg. Kaufenkaufenkaufen, dachte der Märker am Morgen des 31. Oktobers, schulterte Portemonnaie und machte sich auf gen Hauptstadt - wo man Türen und Kassen weit aufriss. Doch diesmal liegt eine Drohung über der Stadt, nicht bestätigt, aber umso zahlreicher vertreten: Am 31. sollten Kaufhäuser, Bus und Bahn in Berlin gemieden werden, so rieten wohlmeinende Afghanen guten Bekannten. Afghanen! Kaufhäuser! Meiden! Oh Schreck. Wegen bin Laden nicht in den Laden? Darauf lassen sich nur wenige gerne ein: Diejenigen, die ohnehin am Shopping-Ausflug gehindert werden, weil sie zwar wohnhafte Brandenburger aber arbeitende Berliner sind.

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