Geteiltes Land : Zaghafte Annäherung von Süd- und Nordkorea

Süd- und Nordkorea versuchen, aufeinander zu zugehen. Die beiden Bruderstaaten haben sich heute darauf verständigt, noch vor Jahresende eine grenzüberschreitende Bahnlinie für den Güterverkehr in Betrieb zu nehmen.

Seoul Der Güterbahnverkehr zwischen der südkoreanischen Grenzstadt Munsan und Bongdong im Norden soll "so bald wie möglich" aufgenommen werden, sagte ein Sprecher des Vereinigungsministeriums in Seoul. Dies solle möglichst noch vor Ende 2007 erfolgen.

Auf die Aufnahme des Güterbahnverkehrs über die schwer bewachte Grenze hatten sich Anfang Oktober der südkoreanische Präsident Roh Moo Hyun und Nordkoreas Machthaber Kim Jong Il bei ihrem Gipfeltreffen in Pjöngjang geeinigt. Es wäre die erste regelmäßige Zugverbindung zwischen beiden Ländern seit ihrem Bruderkrieg Anfang der 50er Jahre. Beide Staaten hatten bereits im Mai Testfahrten über zwei wiederhergestellte Schienenstrecken unternommen. Einen regulären Bahnbetrieb durch die vier Kilometer breite Pufferzone ließ das kommunistische Nordkorea bisher jedoch nicht zu.

Nordkoreas Ministerpräsident Kim Yong Il war gestern zu Gesprächen mit dem südkoreanischen Regierungschef Han Duck Soo über die Umsetzung der Gipfel-Vereinbarungen über friedensfördernde Maßnahmen und eine stärkere Zusammenarbeit in Seoul eingetroffen. An diesem Freitag soll das erste Treffen der Ministerpräsidenten beider Länder seit 15 Jahren mit einer gemeinsamen Erklärung enden. In der letzten Novemberwoche wollen die Verteidigungsminister Süd- und Nordkoreas über Maßnahmen zur militärischen Entspannung sprechen. (mit dpa)