Der Tagesspiegel : Gewässerqualität: Ungetrübter Badespaß bei 16 Grad im Wasser

Claus-Dieter Steyer

Im gewässerreichen Brandenburg laden mit Beginn der Badesaison ab Dienstag 3000 Seen und etwa 33 000 Kilometer Fließgewässer zur Erholung ein. Die Gewässer seien überwiegend von guter bis sehr guter Qualität, teilte das Gesundheitsministerium am Montag mit. Eine Gefahr für die Gesundheit gehe von ihnen nicht aus. 229 überregionale Badestellen würden ab sofort alle 14 Tage und weitere 250 lokale Badestellen alle vier Wochen von den Gesundheitsämtern überprüft.

Die gestern im Internet aktualisierte Badestellenkarte des Landes Brandenburg weist für mehr als 230 Orte nur das Symbol des Lächelns auf. Bis auf eine Ausnahme - Grünwalder Lauch im Landkreis Elbe-Elster - braucht sich niemand vor gesundheitlichen Folgen des Vergnügens im derzeit rund 16 Grad Celsius kühlen Nass fürchten. Damit entspricht der Zustand der EU-Richtlinie über die Qualität der Badegewässer. Grafik: 30 ausgewählte Badestellen im Berliner Umland Im vergangenen Jahr stand auf der elektronischen Badestellenkarte noch die Kategorie "mikrobiologisch einwandfrei, keine Blaualgen-Massenentwicklung." Jetzt reicht die Aussage "Keine Beanstandungen" neben dem Namen des entsprechenden Sees. "Das ist nur eine Vereinfachung", hieß es auf Nachfrage im zuständigen Referat des Sozialministeriums. "Wir testen nach den gleichen Vorschriften wie im Jahre 2000. Blaualgen treten ohnehin noch nicht massenhaft auf", sagte eine Biologin. Im vergangenen Jahr mussten einige Seen noch wegen zu starker Belastung gesperrt werden. Offensichtlich zeigt der Anschluss von immer mehr Orten an die Kanalisation Erfolge.

Wer sich nicht die Mühe machen und sich gleich in einen der mehr als 3000 Seen stürzen will, macht den Selbsttest: Bei knietiefem Wasser sollten die Füße gut zu erkennen sein. Eine starke Trübung bedeutet erhöhtes Risiko. Erfahrungsgemäß steigt die Wasserqualität von Süden nach Norden - wegen der geringeren Bevölkerungsdichte und des größeren Anteils von Naturschutzgebieten. So sind die Seen mit den schönsten Badestellen nahe an der Grenze zu Mecklenburg: der Große Stechlinsee (Sichttiefe zehn Meter), der Stolpsee in Himmelpfort, der Lübbesee in Templin, der Kalksee zwischen Neuruppin und Rheinsberg sowie der Wolletzsee und der Parsteiner See bei Angermünde. Im Berliner Umland erhält der Liepnitzsee zwischen Bernau und Wandlitz stets die besten Noten. Auch der Schwielowsee bei Caputh und der Sacrower See schneiden gut ab. Im Süden des Landes weht am Senftenberger See die blaue Europaflagge für ausgezeichnete Wasserqualität.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben