Der Tagesspiegel : Giftstoffe in der Luft des Landgerichts

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Frankfurt (Oder) - Manche finden den grauen Betonkomplex am Stadtrand furchtbar, andere haben seinen Architekten Preise verliehen. Das neue Gebäude des Landgerichts in Frankfurt (Oder) hat seit seiner Fertigstellung im Frühjahr letzten Jahres unterschiedliche Reaktionen ausgelöst. Dass dazu nun auch körperliche Symptome wie Hautausschläge und Kopfschmerzen gehören, liegt jedoch nicht an der Architektur. Vielmehr haben Untersuchungen ergeben, dass sich in der Luft der Gerichtssäle und Büros giftige Kohlenwasserstoffe befinden.

Die Stiftung Warentest und das Landesamt für Arbeitsschutz hatten das neue Gerichtsgebäude im Auftrag des Landgerichtspräsidenten Dirk Ehlert unter die Lupe genommen. Der Grund dafür waren die Klagen von gut einem Dutzend von 270 Mitarbeitern des Landgerichts über körperliche Beschwerden. Ob diese tatsächlich dem Neubau geschuldet sind, sei allerdings fraglich, sagte Ehlert gestern. Die Konzentration der in der Luft gefundenen Kohlenwasserstoffe liege beiden Gutachten zufolgen weit unter dem, was gefährlich sei. „Trotzdem“, sagte Ehlert „nehme ich die Beschwerden meiner Mitarbeiter sehr ernst. Ich habe jetzt über das Justizministerium eine weitere Untersuchung beantragt, um gesundheitliche Gefährdungen auszuschließen.“

Das Justizministerium hat den Antrag bereits an das Finanzministerium weitergeleitet, das Bauträger des neuen Landgerichts ist. Auch dort nehme man die Beschwerden ernst, versicherte der Sprecher Gabriel Hesse: „Wenn ein neues Gutachten nötig ist, werden wir es beantragen. Vielleicht reicht aber auch eine Verbesserung der Lüftung oder die Benutzung eines anderen Putzmittels.“ das

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