GLETSCHERFORSCHUNG : Eiskalt erwischt

Der Weltklimarat IPCC, vor allem aber dessen Chef, Rajendra Pachauri, sind in den vergangenen Tagen in die Kritik geraten. Grund dafür ist ein Fehler im vierten Sachstandsbericht des IPCC aus dem Jahr 2007.

Der Weltklimarat IPCC, vor allem aber dessen Chef, Rajendra Pachauri, sind in den vergangenen Tagen in die Kritik geraten. Grund dafür ist ein Fehler im vierten Sachstandsbericht des IPCC aus dem Jahr 2007. Dort heißt es im zweiten Band fälschlicherweise, dass die Gletscher im Himalaja, Trinkwasserreservoir von Millionen Menschen, schneller schmelzen als an irgendeinem anderen Ort der Welt und bis 2035 wahrscheinlich völlig verschwunden seien.

Der Fehler befindet sich im zweiten Band des IPCC-Reports. Kurz vor Drucklegung wird er vom österreichischen Glaziologen Georg Kaser, der eigentlich für einen anderen Berichtsteil zuständig ist, entdeckt und gemeldet. Aber die falschen Daten werden nicht mehr korrigiert. Allerdings: Die Passage wird nicht in die Handlungsempfehlungen für die Politik übernommen, auch nicht in die Zusammenfassung.

Die „Times“ berichtet jetzt, Pachauri habe seit zwei Monaten von dem Fehler gewusst, diesen aber erst im Januar öffentlich gemacht, um zuvor Peinlichkeiten auf dem Klimagipfel in Kopenhagen zu vermeiden. Pachauri weist diese Darstellung zurück.

Allerdings hatte schon im November 2009 der indische Forscher Vijay Kumar Raina in „Science“ Zweifel am Gletscherschwund bis 2035 angemeldet. Pachauri bemängelte, diese Studie sei nicht wissenschaftlich begutachtet worden. Später bezeichnete er sie sogar als „Voodoo-Wissenschaft“. Kurz darauf, am 15. Januar, vermeldete Pachauris Institut für Energie und Ressourcen (Teri) eine neue Kooperation zur Gletscherforschung im Himalaja, die dem indischen Institut eine halbe Million Dollar bringt. nes

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