Der Tagesspiegel : Glück garantiert: Aktien für das Fortunaportal Am Wiederaufbau der beiden Torflügel

können Spender jetzt Anteil nehmen

Andreas Wilhelm

Potsdam - Schön auf alt gemacht, verschnörkelt und verschlungen, so sehen die Urkunden aus, die der Stadtschlossverein Potsdam und die Bürgerinitiative „Mitteschön“ seit gestern verkaufen. Spender, Sponsoren und Wohltäter können „Aktien“ im Wert von 10, 20, 50 und 100 Euro erwerben, um Geld zu geben für den Wiederaufbau der beiden Flügel des Fortunaportals des einstigen Potsdamer Stadtschlosses. 21 000 Euro sollen so zusammenkommen, als einer der Ersten zeichnete gestern der TV-Moderator Günther Jauch einen Schein über 100 Euro. Dass es einen neuen Parlamentsbau auf dem Grundriss des unter Walter Ulbricht 1960 abgerissenen Schlosses von Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff geben soll, hat der Landtag wie berichtet beschlossen. Die Flügel des Fortunaportals aber wird das Land nicht errichten – sie sollen privat finanziert werden und dazu will der Verein einen Teil beitragen. Bis die Bauarbeiten losgehen, werde der Stadtschloss-Verein das eingenommene Geld auf einem Konto parken, sagt Vereinschef Michael Schöne. Für den Rohbau jedes Torflügels liegen dem Verein Schönes Angaben zufolge Kostenvoranschläge von rund 280 000 Euro vor.

Wenn bei dem Aktienverkauf mehr Geld hereinkommt, als dafür benötigt, soll es für den historischen Fassadenschmuck des Schlosses ausgegeben werden. Sofern der geplante Architekturwettbewerb nicht ergibt, dass das Gebäude ein modernes Aussehen erhält. Der Aktienverkauf ist also durchaus auch eine Werbung für die historische Fassade.

Die Figuren, die einst auf dem Dach des Schlosses gestanden haben und sich teilweise in einem Depot und teilweise auf dem Dach der Berliner Humboldt-Universität befinden, würden dann restauriert und die fehlenden durch neue ergänzt. Ungefähr 90 Prozent der alten Fassadenteile auf der Seite des Fortunaportals seien noch vorhanden, erklärt Jochen Kucke, ebenfalls im Vorstand des Vereins. Vom Rest des Schlosses seien noch rund 10 Prozent der Schmuckelemente erhalten.

Das tatsächliche Aussehen des künftigen „Landtagsschloss“ entscheidet sich ab September, wenn die Investorenkonsortien ihre Angebote abgegeben haben, sagt Ingo Decker, Sprecher des Landesfinanzministeriums. Gegenwärtig seien sechs Bewerber um eine sogenannte Public-Private-Partnership (Öffentlich-Private-Partnerschaft) im Rennen. Diese sollen für das Land den Bau, die Finanzierung und den Betrieb über 30 Jahre übernehmen. Ab September prüft ein Gremium aus Mitgliedern des Landtages, des Finanzministeriums und der Stadt Potsdam die Bewerbungen, zu denen auch jeweils ein architektonisches Konzept gehört. Im Frühjahr kommenden Jahres soll die Jury ihre Entscheidung fällen.

Die Aktien können im Haus der brandenburgisch-preußischen Geschichte am Potsdamer Neuen Markt erworben werden. Telefonisch sind sie beim Verein unter 030/342 0670 erhältlich, im Internet unter www.potsdam-stadtschloss.org

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