Golf : Tiger Woods Top-Favorit für US Open

Nach seinen Siegen in den Jahren 2000 und 2002 peilt Golfstar Tiger Woods dieses Jahr seinen Dritten Titel bei den US-Open an. Deutsche Spieler sind bei dem Major-Turnier nicht vertreten. Langer und Cejka scheiterten in der Qualifikation.

Rainer Fülscher[dpa]
Tiger Woods
Tiger Woods peilt den Dritten Sieg bei den US-Open an.Foto: AFP

Oakmont/Frankfurt Tiger Woods - wer sonst? Die Frage nach dem Top-Favoriten bei den 107. US-Open der Golfprofis in Pittsburgh/Pennsylvania ist leicht zu beantworten. Der 31-jährige Superstar heimste in seiner einmaligen Karriere 12 Major-Titel ein und ist damit hinter dem legendären Jack Nicklaus (18) der erfolgreichste Golfprofi. In den Jahren 2000 und 2002 gewann der Branchenführer dieses zweite Major des Jahres nach den US-Masters. Aber das genügt dem Nimmersatt und reichsten Sportler der Welt nicht, der bereits drei Siege in dieser Saison feierte und die US-Geldrangliste mit 4,27 Millionen Dollar bei nur acht Starts souverän anführt.

"Ich bin wie immer da, um zu gewinnen. Ich glaube, es wird die schwierigste Championship der Saison", erklärte Woods vor dem ersten Abschlag auf dem "Monster von Oakland" genannten Par-70-Kurs. Deutsche Spieler sind über die Distanz von 6610 Metern nicht dabei, weil Bernhard Langer und Alexander Cejka die Qualifikation für das mit 7,5 Millionen Dollar dotierte Turnier der US-PGA-Tour nicht geschafft haben.

Woods Konkurrent Mickelson durch Handgelenksverletzung gehandicapt

Dafür lauert hinter dem Tiger eine Meute von Anwärtern auf den Siegerscheck von mehr als 1,3 Millionen Dollar und will dem Weltranglisten-Ersten bei seiner Rekordjagd ein Bein stellen. Dazu gehört vor allem Woods' ewiger Konkurrent, der Weltranglisten-Zweite Phil Mickelson, der gehandicapt durch eine Handgelenksverletzung am linken Schlagarm in den Zweikampf zieht.

Vor einem Jahr stand der "beste Linkshänder der Welt" erstmals vor dem US-Open-Sieg. Aber nach einer Kurzschluss-Reaktion verdarb sich der 36-Jährige auf der 18. und letzten Bahn durch schlechte Schläge und falsche Schlägerwahl alles. "Ich werde nicht schmerzfrei spielen können, aber denke, dass ich mein Spiel in den Griff bekommen kann", meinte Mickelson, der seit dem Trainerwechsel vor wenigen Wochen zum ehemaligen Woods-Coach Butch Harmon große Fortschritte gemacht hatte.

Platzbedingungen extrem anspruchsvoll

"Der Platz ist brutal", unkte Woods vor der Herausforderung mit den äußerst schmal geschnittenen Spielbahnen (Fairways) und schnellen wie harten Grüns. Klein und abfallend erschweren sie das Putten und zählen zu den gefürchtetsten auf der Tour. Dazu soll das Gras der Roughs kniehoch den Spielern das Leben schwer machen. Wie 2006, als Woods bei der US-Open im berüchtigten Winged Foot GC erstmals bei einem Major am Cut scheiterte.

Kampflos musste er damals dem Australier Geoff Ogilvy den Titel überlassen. Das hängt dem sensiblen Berufsspieler immer noch nach. Aber die Schmach stachelt seinen Ehrgeiz umso mehr an. Der Kalifornier wird im Juli zum ersten Mal Vater und bringt diese Vorfreude mit in seine Motivation ein: "Es wird der größte Tag in unserem Leben. Dann interessiert mich kein Golf oder anderes. Nur das Baby."