Der Tagesspiegel : Granseer fahren ihren Bus bald selbst

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Gransee Ab April sollen in Gransee Bürger ihre Buslinien selbst betreiben – als erste in den neuen Ländern. Die Finanzierung ist nun sicher. Heute übergibt das Land Brandenburg dem eigens gegründeten Verein einen Kleinbus, finanziert vom Ministerium für Infrastruktur und Raumordnung. Kosten: 27000 Euro. „Zudem übernimmt der Landkreis die Betriebskosten für das erste Jahr“, sagt Gabriele Mittag, Sprecherin des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg (VBB). Ralf Kliche, verantwortlicher Amtsleiter in Gransee, bezifferte die Betriebskosten auf 12600 Euro. Nach dem ersten Jahr müsse man sehen, ob der Verein ohne Zuschüsse auskomme und wie es mit dem Projekt Bürgerbus weitergehe.

Der Fahrpreis, so sieht es der Plan vor, soll sich an den „für den Verkehrsverbund üblichen Tarifen orientieren“. Er läge damit unter zwei Euro je Fahrt. Hintergrund des Projektes ist, dass sich ein regulärer Busbetrieb in Gegenden mit teilweise nur noch 20 bis 30 Menschen je Quadratkilometer nicht mehr lohnt. Vor allem ältere Menschen müssen für Fahrten zum Arzt im nächsten Ort mitunter ein paar Stunden einplanen. Busse fahren oft nur noch frühmorgens, bevor die Schule beginnt, und nachmittags, wenn sie zu Ende ist. Dass in bevölkerungsarmen Gegenden die Bürger ihre Busse selbst lenken, ist zum Beispiel in Nordrhein-Westfalen weit verbreitet. In rund 350 westdeutschen Gemeinden gibt es solch einen Bürgerbus. Der Granseer Verein startet mit fünfzehn ehrenamtlichen Fahrern: Rentner, die von der Oberhavel Verkehrsgesellschaft geschult wurden. Ursprünglich sollte der Granseer Bürgerbus vom Neujahrstag 2005 an nach einem festen Fahrplan fahren – mit einer Konzession der Verkehrsgesellschaft. Weil die Finanzierung nicht gesichert war, verzögerte sich der Start. mne

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