Grausiger Fund in Brandenburg : Toter Säugling in Glindow entdeckt

Grausiger Fund: Am Dienstag wurde die Leiche eines Babys in einer Siedlung im brandenburgischen Glindow entdeckt. Sie soll in einem Schnellkompostierer versteckt gewesen sein. Die Mutter wurde vernommen.

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Ein Kriminaltechniker sichert am Dienstag in Glindow (Brandenburg) Spuren an einem Gebäude. Auf dem Grundstück war ein totes Baby gefunden worden. Die Todesursache soll durch eine Obduktion geklärt werden.
Ein Kriminaltechniker sichert am Dienstag in Glindow (Brandenburg) Spuren an einem Gebäude. Auf dem Grundstück war ein totes Baby...Foto: dpa

In einer Siedlung in der Rosa-Luxemburg-Straße ist am Mittag die Leiche eines Babys gefunden worden. Die Polizei hatte das tote Kind laut PNN-Informationen unmittelbar nach einem Hinweis aus dem Umfeld der Mutter auf dem ausgedehnten Gartengrundstück entdeckt, angeblich war es in einem Schnellkompostierer versteckt. Die Leiche wurde in einem kleinen Sarg in einem schwarzen VW-Bus von Polizeibeamten weggefahren. Noch am Dienstag wurde eine Obduktion angeordnet.

Polizei und Staatsanwaltschaft wollten bislang keinerlei Angaben zu dem Fall machen. Die Hintergründe der Tat müssten erst ermittelt werden, wie es hieß. Angaben zum Alter oder Geschlecht des Kindes lägen noch nicht vor. Auch der genaue Todeszeitpunkt und die Todesursache seien unklar, wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft sagte.

Eine Polizeisprecherin war neben vielen Presseleuten und Fotografen am Abend vor Ort, bestätigte aber lediglich den Fund der Leiche. Augenscheinlich handelte es sich zumindest nicht um einen Unfall, der am Glindower Ortsrand stattgefunden hat. Kriminaltechniker in weißer Schutzkleidung vermaßen das Grundstück und die beiden darauf befindlichen Häuser, an denen die Jalousien heruntergelassen waren.

Mutter verschwand vom Tatort

Bei der Mutter handelt es sich Nachbarn zufolge um eine 30-jährige Frau, die mit ihrem Lebenspartner bei dessen Großeltern wohnte. Sie verschwand vom Tatort, als die Polizei eintraf, wurde dann aber vor dem Glindower Rewe-Markt gefunden und zur Vernehmung mitgenommen - nicht festgenommen, wie aus Polizeikreisen betont wurde. Die Frau soll verstört gewesen sein und psychologische Betreuung erhalten haben.

Auf dem Grundstück am Ende der unbefestigten Rosa-Luxemburg-Straße, dem Fundort, befindet sich ein älterer Bungalow und nebenan der Neubau, in dem die Mutter mit den Angehörigen lebt, ein hübsch verklinkertes Einfamilienhaus mit anthrazit gedecktem Satteldach. Das Klinkerhaus ist hinter hohen Hecken verborgen. Vor dem Gebäude stand ein mit Folien geschützter Rasentraktor, offenbar wird gerade ein Unterstellplatz für das Gerät angebaut.

Keiner will sich äußern

Die Siedlung wirkt gepflegt und so, als ob sich die Nachbarn hier freundlich grüßen – kein anonymer Hochhausturm, in dem so etwas womöglich lange verborgen bleibt. Das Quartier befindet sich weit südlich vom Ortskern in der Nähe des kleinen Springsees. Es besteht überwiegend aus in der DDR-Zeit entstandenen Gebäuden, Baulücken wurden mit neueren Einfamilienhäusern geschlossen. Vor dem Presserummel zogen sich die Anwohner allerdings in ihre Häuser zurück, reden wollte über dieses schreckliche Ereignis niemand. Auch nicht die Bewohner des Bungalows nebenan.

Glindows Ortsvorsteher Sigmar Wilhelm war am Abend kurz am Tatort und sagte gegenüber den PNN, dass es einen so furchtbaren Fall im Ort noch nicht gegeben habe. Er sei „erschüttert und tief betroffen“ von dem grausigen Fund, von dem auch er die Hintergründe nicht kenne.

Zuletzt war in Brandenburg im Februar vergangenen Jahres ein totes Baby in Borgsdorf (Oberhavel) gefunden worden. Es wurde in einer Plastiktüte auf dem Grundstück der Eltern der Mutter entdeckt. Vor knapp zwei Jahren, am 23. Dezember 2011, war ein totes Neugeborenes in Potsdam-West gefunden worden, eingewickelt in ein blutverschmiertes Handtuch. Bis heute ist unklar, wer die Mutter des Mädchens ist, nie gab es eine heiße Spur zu den Tätern.

Nach Hinweisen aus der Bevölkerung hatte die Polizei damals 28 Frauen identifiziert und erfolglos auf eine mögliche Mutterschaft überprüft. Der Fall wurde ein halbes Jahr später Thema in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY...ungelöst“, die Ausstrahlung brachte aber keine neuen Erkenntnisse.

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