Griebnitzsee-Zoff : Neue Wege gehen

Gerd Nowakowski meint, die Sperrung am Griebnitzsee hätte vermieden werden können. Jetzt muss man neue Wege gehen.

Gerd Nowakowski
Gerd Nowakowski, Ressortleitung Berlin/Brandenburg -Foto: Kai-Uwe Heinrich

Den Ärger hätte Potsdam vermeiden können. Als in den neunziger Jahren der Bund die Grundstücke des früheren Grenzstreifens am Griebnitzsee zurückgeben wollte, griff Potsdam nicht zu. Oberbürgermeister Jann Jakobs wird seinen Vorvorgänger Horst Gramlich verfluchen; wohl nicht zum ersten Mal. Allerdings haben sich auch die späteren Oberbürgermeister Matthias Platzeck und Jann Jakobs nicht besser angestellt als Gramlich, der verantwortlich war für eine ziellose Politik und viele stadtplanerische Sünden wie etwa die hässlich Betonburg am Hauptbahnhof. Alle haben den Konflikt nicht ernst genommen und Chancen zum Erwerb der Grundstücke oder zur Einigung verpasst – auch Platzeck.

Die Kosten für den unendlichen Rechtsstreit um freien Zugang zum Griebnitzsee werden inzwischen wohl kaum niedriger sein als für den unterlassenen Grundstückskauf. Übrigens: Als die renitenten Hausbesitzer kauften, existierte der Uferweg schon, den bislang jede Woche tausende Fußgänger und Radler nutzten. Jetzt bleibt der Stadt Potsdam, die zu lange halbherzig und wenig konsequent agierte, wohl nur noch ein ordnungsgemäßes Enteignungsverfahren – oder Fantasie. Schließlich endet ein Grundstück am Wasser und niemand kann die Stadt hindern, einen Uferweg im Wasser aufzuschütten oder einen Schwimmpontonweg zu bauen. Angesichts der kompromisslosen Haltung der Grundstücksbesitzer bleiben Potsdam nur neue Wege.

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