Großbritannien : Oxford: Rassisten-Konferenz erregt die Gemüter

Am Abend soll im altehrwürdigen Oxforder Debattier-Klub über die Grenzen der Meinungsfreiheit diskutiert werden. Mit von der Partie: Holocaust-Leugner Irving und der rechtsextreme Parteiführer Griffin.

Eine Debatte an der Universität Oxford, an der der Holocaustleugner David Irving und der Chef der rechtsextremen British National Party teilnehmen sollen, hat in Großbritannien heftige Kritik ausgelöst. Der elitäre Debattier-Klub Oxford Union solle die umstrittenen Gäste ausladen, hieß es vielfach. Sowohl der Publizist Irving und der BNP-Parteichef, Nick Griffin, sollten am Abend bei einer Veranstaltung über die Grenzen der Meinungsfreiheit sprechen. Es wurden zahlreiche Demonstranten erwartet.

Der Tory-Abgeordnete Julian Lewis war aus Protest bereits aus dem Klub ausgetreten. Verteidigungsminister Des Browne hatte seinen Auftritt bei der Veranstaltung abgesagt. Martin McCluskey, Vorsitzender des Studentenverbandes Oxford Student Union, sagte, es sei "eine Schande", dass die beiden auf der selben Veranstaltung sprechen würden wie einst Mutter Teresa und der Dalai Lama. Der Debattier-Klub betonte dagegen weiterhin, es sei wichtig, Menschen mit verschiedenen Ansichten eine Plattform zu geben.

Irving war im Februar 2006 in Österreich zu einer Haftstrafe von drei Jahren verurteilt worden, aber im Dezember vorzeitig entlassen worden. Er hatte mehrmals den Holocaust geleugnet. Griffin war 1998 wegen Rassenhasses verurteilt worden. (mit dpa)