Der Tagesspiegel : Große Kunst, kleines Versprechen

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Monatelang blieb es still um die Friedrich Christian Flick Collection , nachdem der Sammler zugesagt hatte, seine rund 1500 Werke zeitgenössischer Kunst für sieben Jahre an den Hamburger Bahnhof zu geben. Kurz vor der ersten großen Präsentation aber hieß es „Skandal!“. Das Geld stamme aus dem Rüstungsbetrieb des Großvaters, der sich im „Dritten Reich“ mit Hilfe von Zwangsarbeitern bereichert hatte. Nachdem der Kanzler selbst die 13000 Quadratmeter füllende Erstausstellung eröffnet und Flick ein kleines Versprechen abgenommen hatte, seine Sammlung über die vereinbarte Leihfrist hinaus Berlin zu überlassen, fielen die Proteste weitgehend in sich zusammen. In den ersten zehn Wochen besuchten 150000 Menschen die Premierenschau, die einen ersten Querschnitt durch die Sammlung europäischer und nordamerikanischer Gegenwartskunst gibt. Mit Werkblöcken von Bruce Nauman , Dan Graham , Jason Rhoades auf der einen, Dieter Roth , Martin Kippenberger , Thomas Schütte auf der anderen Seite wird zumindest vorübergehend eine Lücke im Sammlungsbestand der Neuen Nationalgalerie geschlossen. Von bleibender Dauer aber werden die für Ausstellungen umgebauten RieckHallen sein. NK

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