Der Tagesspiegel : Grüne Woche: Platzeck fehlte bei Rundgang

Claus-Dieter Steyer

Berlin - „Wo ist Platzeck?“ Die Frage beschäftigte gestern Aussteller und Besucher der Brandenburg-Halle auf der Grünen Woche gleichermaßen. Sie hielten vergeblich nach dem Ministerpräsidenten Ausschau, der sich zur Eröffnung des Brandenburg-Tages angekündigt hatte und dessen Rundgang auch im offiziellen Tagesprogramm der Messe aufgeführt war. Doch Matthias Platzeck brach mit der seit 15 Jahren üblichen Tradition, dass der Regierungschef des Landes den Ausstellern und Gästen jeweils am Messemontag seine Aufwartung macht. Der SPD-Chef weilte zur gleichen Zeit auf der Klausurtagung seiner Partei in Mainz.

„Unsere Landwirte registrieren das ganz genau“, sagte Jens-Uwe Schade, Sprecher des Agrarministeriums. „Es ist schließlich das erste Mal, dass die Aufgaben als Ministerpräsident und SPD-Vorsitzender miteinander kollidieren.“ Tatsächlich hatte Platzeck bei der Wahl zum SPD-Chef die Ehrenamtlichkeit dieses Amtes betont. Zuerst komme die Arbeit als Ministerpräsident des Landes Brandenburg.

Doch auch ohne den Regierungschef fiel der „Kabinettsrundgang“ durch die Brandenburg-Halle gestern nicht aus. Agrarminister Dietmar Woidke konnte immerhin seine für Soziales zuständige Amtskollegin Dagmar Ziegler und den Landtagspräsidenten Gunter Fritsch (alle SPD) begrüßen. Die Ressortchefs für Inneres, Wirtschaft, Jugend oder Forschung fehlten diesmal. Dafür begleiteten der Gurkenkönig sowie die Ernte-, Baumblüten- und weitere Königinnen den Tross zu den 80 Brandenburger Ausstellern, wo gegessen und getrunken wurde. „Leider beginnen wir immer mit dem Dessert und enden bei der Vorspeise“, stöhnte der Minister bei der Verkostungstour.

Die steht nun am morgigen Mittwoch auch Platzeck bevor, der dann seinen Rundgang nachholen will. Nur die Kür des Karpfens zum Brandenburger Fisch des Jahres nahm ihm sein Landwirtschaftsminister gestern schon ab. Er musste dafür auch „Karpfen-Eis“ probieren.

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