Grünes Licht vom Kartellamt : Bundesliga kehrt zu Premiere zurück

Das Bundeskartellamt hat einer befristeten Kooperation zwischen Premiere und Arena zugestimmt, damit darf der Bezahlsender Premiere wieder die Fußball-Bundesliga übertragen. Grund sei die "angespannte wirtschaftliche Situation" von Arena.

Premiere Arena
Bundesliga-Übertragung: Das Bundeskartellamt genehmigt eine befristete Kooperation der Sender Premiere und Arena. -Foto: dpa

BonnDie Fußball-Bundesliga kehrt mit dem Segen des Bundeskartellamts nach nur einer Saison vom neuen Pay-TV-Sender Arena zum Erzrivalen Premiere zurück. Die Wettbewerbshüter genehmigten mit Hinweis auf die "angespannte wirtschaftliche Situation von Arena" die Kooperation der beiden Pay-TV-Sender. Demnach darf Arena die teuer erworbenen Rechte in Form einer Sublizenz an Premiere weiterreichen. "Kooperationen der beiden einzigen aktuellen Wettbewerber sind kein Idealfall", sagte Kartellamts-Präsident Bernhard Heitzer. Mit Hilfe des neuen Modells werde aber das ursprünglich vereinbarte "hard core"-Kartell verhindert. Die Bundesliga werde auch künftig sowohl bei Premiere als auch bei Arena zu sehen sein. Dadurch gebe es weiterhin einen Wettbewerb. Die Unternehmen hielten sich bedeckt. Es müssten noch die letzten Details geklärt werden.

Arena hatte sich die Live-Rechte in einem spektakulären Bieterwettbewerb für drei Saisons für 220 Millionen Euro je Spielzeit gesichert. Allerdings hatte der Neuling zwar die Rechte, Premiere aber weiterhin den deutlich größeren Kundenstamm. Daher sahen sich die beiden Anbieter zur Kooperation gezwungen. Allerdings stoppte das Kartellamt im Frühjahr die Vermarktung des Arena-Angebots über die Satellitenplattform von Premiere.

Gefahr der Marktaufteilung

Es habe die Gefahr bestanden, dass sich die beiden Anbieter den Markt aufteilen, argumentierte das Bundeskartellamt nun. Im Zuge der ursprünglichen Vereinbarung hätten Arena und das Mutterunternehmen Unitymedia in den Kabelgebieten Nordrhein-Westfalen und Hessen die Bundesliga exklusiv vermarktet, während Premiere in den übrigen Kabelgebieten sowie über Satellit den Vertrieb übernommen hätte. "Anders als die ursprünglich vorgesehene Kooperation, die für Arena nur einen geringen Anreiz zu Preis- und Qualitätswettbewerb im Verhältnis zu Premiere bot, ist Wettbewerb nach den nunmehr vereinbarten Regelungen möglich und wahrscheinlich", erklärte das Kartellamt.

Arena vergibt nun eine Sublizenz zu einem nicht genannten Preis an Premiere. Damit wird die Bundesliga wieder von dem Platzhirschen produziert. Die aufwändig eingerichtete Arena-Redaktion steht vor dem Aus. Arena erhält aber eine Rücklizenz für die dann von Premiere produzierten Bundesligasendungen. Damit kann der neue Sender seinen Kunden weiterhin die Bundesliga anbieten.

Bei Arena und Premiere hieß es, die Transaktion sei noch nicht vollständig abgeschlossen. Daher wollten sich die Sender nicht zu Details äußern. Der Arena-Besitzer Unitymedia begrüßte die Kartellamtsentscheidung. "Dies erlaubt uns nun, die im Zusammenhang mit diesen Verträgen noch ausstehenden Formalitäten zu erledigen." (mit dpa)