Grundnahrungsmittel : Bier wird teurer

Schlechte Nachricht für alle Freunde des Gerstensaftes: Künftig wird man mehr für Bier bezahlen müssen. Grund sind gestiegene Personal- und Energiekosten. Aber auch Malz und Gerste haben sich verteuert.

Bier
Bier-Freunde, wie hier beim Bierfestival in Berlin-Friedrichshain, werden sich auf höhere Preise einstellen müssen. -Foto: dpa

BerlinNach der Milchpreiserhöhung droht ein weiterer Schock für die Verbraucher: Deutschland muss sich auf steigende Bierpreise einstellen. "Für einige Marken ist damit zu rechnen", sagte der Sprecher des Deutschen Brauer-Bundes, Marc-Oliver Huhnholz. Ein Konzern habe den Preis für einen Bierkasten bereits um 50 Cent bis einen Euro erhöht. Als Grund gab der Verband deutlich höhere Energie- und Personalkosten an. Dazu komme teurere Braugerste. Der Preisanstieg werde aber wegen des großen Wettbewerbsdrucks nicht so drastisch sein wie bei Milch und Butter. Der Carlsberg-Konzern rechnet mit kräftig steigenden Bierpreisen von fünf bis zehn Prozent pro Kasten. Einen Zeitpunkt dafür gab er nicht an.

Vor allem Gerste und Malz würden sich bis zum kommenden Jahr erheblich verteuern, so dass Preiserhöhungen auf breiter Front unausweichlich seien. Außerdem müssten die Unternehmen für Verpackung, Energie und Personal mehr bezahlen, so dass über zwei Jahre rund 20 Prozent höhere Kosten verkraftet werden müssten. Die Hauptursache ist für Carlsberg der vermehrte Anbau von Pflanzen für Bio-Kraftstoffe. Der Brauer-Bund, der in den kommenden fünf Jahren mit Bierpreissteigerungen um bis zu 40 Prozent rechnet, wollte noch keine Prognose über Ausmaß und Zeitpunkt abgeben. Dies hänge auch von der Hopfen- und Braugerste-Ernte ab, sagte Huhnholz.

Gerste fast 90 Prozent teurer

Die Brauereien müssen immer mehr für Braugerste zahlen. Die Preise seien mit rund 215 Euro pro Tonne im Bundesdurchschnitt um fast 90 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen, teilte die Zentrale Markt- und Preisberichtsstelle (ZMP) mit. Die Gerste hat aber nur einen Anteil von vier Prozent am Bier. Daher ist der Effekt auf den Preis nicht zu hoch. Gründe für die massive Verteuerung sind kleinere Anbauflächen und schlechte Ernten.

Der Bierabsatz in Deutschland geht seit langem stetig zurück. Im ersten Halbjahr 2007 verringerte sich der Konsum laut Carlsberg insgesamt um 1,2 Prozent, inklusive Export war es ein leichtes Plus von 0,5 Prozent. Bier-Mischgetränke legten um rund ein Drittel zu. Carlsberg Deutschland mit den Hauptmarken Holsten, Lübzer, Carlsberg, Duckstein und Astra ist der fünftgrößte deutsche Bierkonzern. (mit dpa)