Grundstück : Goebbels-Villa bleibt in Landeshand

Der ehemalige Landsitz des Nazi-Propagandaministers Joseph Goebbels bleibt in öffentlicher Hand. So konnte erfolgreich verhindert werden, dass Rechtsextremisten die Gebäude kaufen.

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Der Ex-Landsitz von Goebbels am Bogensee -Foto: ddp

Berlin/Wandlitz - Der Berliner Liegenschaftsfonds teilte gestern mit, dass Brandenburg die Villa und ihre Nebengebäude übernehmen werde. Dadurch wollen die Landesregierungen in Berlin und Brandenburg verhindern, dass die Gebäude am Bogensee in der Nähe von Wandlitz in die Hand von Rechtsextremisten gelangen. Wie die Gebäude genutzt werden, sei noch unklar. Die Instandhaltung der Altbauten verschlingt dem Fonds zufolge jährlich eine sechsstellige Summe.

Dagegen sucht der Berliner Liegenschaftsfonds für das angrenzende 13 Hektar große Gelände und die frühere DDR- Jugendhochschule potenzielle Käufer. Ab Juni können sich Interessenten melden. Im Herbst gebe es ein förmliches Bieterverfahren. Das Gelände gehört seit den 90er Jahren der Stadt Berlin.

Im vergangenen Jahr erzielte der Berliner Liegenschaftsfonds ein Rekordergebnis. Das beschert dem Landeshaushalt einen unverhofften Geldsegen: 230 Millionen Euro überweist die landeseigene Firma an Berlin, die Bezirke erhalten 24 Millionen Euro. Der Grund für die in dieser Höhe nicht geplanten Einnahmen: Im vergangenen Jahr wurden 2,6 Millionen Quadratmeter landeseigenen Grundbesitzes zu Rekordpreisen verkauft.

Dieses beste Ergebnis seit Gründung des Fonds im Jahr 2001 ist Geschäftsführer Holger Lippmann zufolge auf die große Nachfrage zurückzuführen. Unter ausländischen Investoren galten Berliner Immobilienwerte als unterbewertet. Für 2008 erwartet Lippmann ein ähnliches Ergebnis wie 2007. Angeboten werden unter anderem Flächen am Humboldthafen nahe dem Hauptbahnhof. In dieser Gegend sollen mehr Wohnungen entstehen, als ursprünglich geplant: 40 Prozent aller Flächen sind dafür reserviert.

In diesem Jahr will der Liegenschaftsfonds innerstädtische Grundstücke auch Gruppen von Privatleuten anbieten, die gemeinsam ein Haus errichten wollen. „Dadurch soll Wohneigentum im Zentrum geschaffen werden“, sagte Klaus Teichert, Aufsichtsratschef des Fonds. Der Staatssekretär für Finanzen lobte den Fonds nicht nur für das Rekordergebnis, sondern auch dafür, dass er inzwischen Dienstleistungen für Dritte anbiete, zum Beispiel für die Charité.

Auf großes Interesse dürften auch Grundstücke auf der Insel Schwanenwerder in Zehlendorf stoßen: die Inselstraße 7, 38 und 40 sind im Angebot. Für das Amerika-Haus in der Hardenbergstraße, das 1957 als Kultur- und Informationszentrum der USA errichtet wurde, wird ein Käufer mit „kulturwirtschaftlicher Nutzung“ gesucht. ball

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