Grundstückspreise im Berliner Speckgürtel : In Kleinmachnow und Teltow wird das Bauen teuer

Die Metropolregion wird immer attraktiver. Wer dort bauen will, muss mit Grundstückspreisen von bis zu 380 Euro je Quadratmeter rechnen. Schnäppchen kann man allerdings immernoch ergattern - zum Beispiel in Bad Belzig.

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Draufsicht auf eine Neubausiedlung in Teltow. Dort muss derzeit mit 210 Euro pro Quadratmeter gerechnet werden.
Draufsicht auf eine Neubausiedlung in Teltow. Dort muss derzeit mit 210 Euro pro Quadratmeter gerechnet werden.Foto: imago/Reiner Weisflog

Der Speckgürtel um Berlin, die Region rings um die Bundeshauptstadt, boomt immer weiter. Städte und Gemeinden wie Teltow, Kleinmachnow, Stahnsdorf oder Werder (Havel) verzeichnen einen ständigen Anwohnerzuwachs. Der Trend zum Umland schlägt sich immer stärker auf die Grundstückspreise nieder. Das geht aus der aktuellen Berechnung der Bodenrichtwerte des Landkreises Potsdam-Mittelmark hervor. Wer zum Beispiel in Werder (Havel) zum Häuslebauer werden will, muss mit Preisen von bis zu 150 Euro pro Quadratmeter Bauland rechnen, in Stahnsdorf sind es schon 210 Euro und in Teltow 250 Euro. Doch es geht noch teurer: Spitzenreiter im aktuellen Ranking bleibt die Gemeinde Kleinmachnow mit Preisen von bis zu 380 Euro je Quadratmeter.

Seit Beginn der Woche sind die neu ermittelten Bodenrichtwerte im Landkreis unter anderem im Internet öffentlich einehbar. Das teilte Wilk Mroß, Vorsitzender des Gutachterausschusses für Grundstückswerte in Mittelmark, mit. Mroß hat im vergangenem Jahr vor allem einen deutlichen Anstieg der Bodenrichtwerte im Metropolenraum registriert – zum Teil von bis zu 20 Prozent.

Einmal jährlich ermittelt der Ausschuss die Bodenrichtwerte der Region, sie sollen Grundstückskäufern eine gewisse Orientierung geben, wie sich Preise und Infrastruktur zueinander verhalten. Notare müssen dem Ausschuss dazu alle Grundstückskaufverträge vorlegen. Daraus entsteht eine Karte des Kreises, auf der an verschiedenen Orten die insgesamt 383 Bodenwerte verzeichnet sind. Etwa jeder fünfte dieser Werte ist im vorigen Jahr gestiegen, nur jeder fünfzehnte gefallen. Damit setzt sich der Trend der vergangenen Jahre fort. Auffällig scheint, dass es auch in der Peripherie des Landkreises hier und da wieder einen kleinen Aufwärtstrend gibt.

So zahlt man für ein Grundstück im sogenannten weiteren Metropolenraum, wie zum Beispiel im Michendorfer Ortsteil Langerwisch, inzwischen 65 Euro pro Quadratmeter Bauland. Auch in Kloster Lehnin und Ziesar sind die Preise um sieben Prozent angestiegen.

Teltow trotz Fluglärm im Trend

Auf einem anderem Niveau bewegt sich der Trend indes im besagten Speckgürtel, besonders im Teltower Raum. Häuslebauer müssen zum Beispiel in der Kleinmachnower Medonstraße nun 90 Euro mehr je Quadratmeter Bauland zahlen. Die Straße ist mit einem Quadratmeterpreis von 380 Euro das teuerste Pflaster im gesamten Landkreis. Teurer wurden in Kleinmachnow auch Gewerbeflächen: Im Europarc stiegen die Preise von 160 auf 180 Euro je Quadratmeter.

Vom in der Region zu erwartenden Fluglärmproblem lassen sich Grundstückskäufer in Teltow, Kleinmachnow und Stahnsdorf weiterhin nicht beirren. Wohl auch, weil die Preise von der Sozial-, der Verkehrs-, der Bildungsinfrastruktur und vom Arbeitsmarkt mitbestimmt werden. So seien mehr als die Hälfte aller in Mittelmark gestiegenen Grundstückspreise in der Region Teltow rund um die drei Nachbarkommunen registriert worden, teilte Mroß mit. Dort wurden nur drei Bodenrichtwerte gesenkt und im Gegenzug 52 angehoben.

So bewegen sich die neuen Quadratmeterpreise für Bauland in Kleinmachnow zwischen 150 und den besagten 380 Euro je Quadratmeter. Im Ort gibt es kaum noch freie Baugrundstücke, auch das treibt die Preise in die Höhe.

Schnäppchen in Mittelmark

Im ständig weiterwachsenden Teltow können Häuslebauer günstiger kaufen: Dort liegen die Quadratmeterpreise zwischen 95 und 250 Euro – am teuersten sind etwa Grundstücke rund um den S-Bahnhof an der Mahlower Straße. Etwas günstiger sind weiterhin die Preise in Stahnsdorf. Sie liegen dort zwischen 75 und 210 Euro, besonders in der Nähe des neuen Gymnasiums in der Heinrich-Zille-Straße stiegen sie aber rasant. Auch im Potsdam-nahen Bergholz-Rehbrücke werden inzwischen Preise zwischen 90 und 150 Euro je Quadratmeter Wohnbaufläche fällig.

Wer ein Schnäppchen sucht, kann in Mittelmark aber auch fündig werden: So zahlen Käufer für einen Quadratmeter Bauland im Bad Belziger Ortsteil Bergholz gerade mal 5 Euro. Noch günstiger sind in Mittelmark wohl nur noch die Preise für Ackerland, Grünland und Wald – wobei auch diese gestiegen sind, wie Mroß sagt. So sei der Bodenrichtwert für Ackerland von 43 Cent auf 51 Cent je Quadratmeter gestiegen, Grünland kostet sogar 18 Prozent mehr und damit nun 39 Cent je Quadratmeter. Auch der Preis von Waldflächen sei um 7 Prozent auf nun 31 Cent je Quadratmeter gestiegen. Regionale Unterschiede zwischen dem Berliner Umland und der Peripherie gibt es dabei jedoch nicht.

Wer wissen will, wie viel sein eigenes oder andere Grundstücke Wert sind, kann das im Internet herausfinden. Ebenso kann jedermann bei der Geschäftsstelle des Gutachterausschusses Auskünfte über die Richtwerte erhalten. Telefonische Auskünfte sind gebührenfrei, schriftliche kosten in der Regel 13 Euro.

Erreichbar über Telefon (03328) 318313 oder www.geobasis-bb.de/bb-viewer.htm

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