Der Tagesspiegel : Haftstrafe nach spektakulärer Fahrerflucht Zwei Jahre und zehn Monate für 24-Jährigen

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Cottbus – Rund 14 Monate nach einer spektakulären Fahrerflucht mit zwei Schwerverletzten hat das Landgericht Cottbus den Täter zu einer Gefängnisstrafe von zwei Jahren und zehn Monaten verurteilt. Die Strafkammer sprach den 24Jährigen am Mittwoch schuldig, in einer Julinacht 2003 in Cottbus mit einem geliehenen Auto die beiden Fußgänger auf einer Kreuzung lebensbedrohlich verletzt zu haben.

Der Fahrer war nach Überzeugung des Gerichtes bei starkem Regen etwa mit Tempo 60 bei Grün auf die Kreuzung gefahren, dabei erfasste er eine damals 24-jährige Frau und einen 28-jährigen Mann. Der Unfallfahrer brachte die schwer verletzte Frau zu einem nahe gelegenen Klinikum und legte sie vor den Garagen ab. Anwohner hörten Hilferufe und informierten die Polizei. „Der Angeklagte hatte einen Unfallschock erlitten, doch dadurch wurde seine Steuerungsfähigkeit nicht ausgeschaltet“, sagte der Vorsitzende Richter in der Urteilsbegründung. So habe der Fahrer nach der Unfallflucht zu Hause das Auto gewechselt und sei dann zu den Garagen zurückgekehrt, um nach der verletzten Frau zu sehen.

Das Gericht folgte mit seinem Urteil im Wesentlichen dem Antrag der Staatsanwaltschaft, die dreieinhalb Jahre Haft verlangt hatte. Es verurteilte den Mann wegen gefährlicher Körperverletzung, Aussetzen einer hilflosen Person und unerlaubten Entfernens vom Unfallort. Die Verteidigung hatte für eine Bewährungsstrafe plädiert.

Als strafmildernd wertete das Gericht das Geständnis des Beschuldigten und seine Reue. Der bei dem Unfall verletzte Mann könne wegen bleibender Schäden am linken Arm seinen Beruf als Möbelschreiner nicht mehr ausüben. Ob die Frau bleibende Schäden davontrage, sei noch nicht sicher. Der Besitzer des Autos war Anfang November wegen Vortäuschens einer Straftat zu 1800 Euro Geldstrafe verurteilt worden. Er hatte das Unfallauto als gestohlen gemeldet. dpa

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