Der Tagesspiegel : Halbe Taler vom Alten Fritz

Schatzfund im Kloster

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Chorin / Herzberg. Archäologen haben nahe der Westfassade des Klosters Chorin (Landkreis Barnim) einen Münzfund aus der Zeit Friedrichs des Großen entdeckt. Er umfasst ausschließlich Halbtalerstücke, die den Gesamtwert von zwölf Talern besitzen und in den Jahren 1750 bis 1767 in den preußischen Münzstätten Berlin und Breslau geprägt wurden. Der kleine Schatz, für den man vor 235 Jahren zwölf Schafe oder 288 Liter Bier kaufen konnte, sucht in Brandenburg seinesgleichen. Die Silberstücke mit dem Bildnis des „Alten Fritzen“ und mit dem preußischen Adler gelangten in den Boden, als das ehemals mächtige Kloster nur noch landwirtschaftlich genutzt wurde und schon halb verfallen war. Wer die Münzen vergraben hat, ist nicht bekannt. Demnächst sollen sie im Kloster Chorin in einer Ausstellung zum brandenburgischen Romantik-Jahr 2002 gezeigt werden.

Auch im Turm der mittelalterlichen Marienkirche in Herzberg stießen Bauarbeiter auf einen mittelalterlichen Münzschatz. Im Erdreich wurden etwa 900 Silbermünzen geborgen. Die ältesten sind so genannte Prager Groschen aus dem späten 15. Jahrhundert, die jüngste Münze ist ein sächsischer Groschen aus dem Jahr 1635. Der Gesamtwert des Fundes betrug nach Angaben des brandenburgischen Landesdenkmalamtes etwa 340 Groschen oder 14 Taler. Für einen solchen Betrag musste ein Zimmermann zwei Monate arbeiten. Helmut Caspar

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