Halbjahres-Statistik : Weniger Firmenpleiten, mehr Privatinsolvenzen

Der Aufschwung in Deutschland wirkt sich auch auf die Zahl der Insolvenzen aus: Seit sieben Jahren sind nicht mehr so wenige Unternehmen Pleite gegangen. Dagegen steigt die Zahl der zahlungsunfähigen Privatleute.

WiesbadenIm ersten Halbjahr 2007 traten 14.515 Unternehmen den Gang zum Insolvenzrichter an und damit 10,8 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Weniger Firmenpleiten hatte es zuletzt im Boomjahr 2000 gegeben, als im ersten Halbjahr gut 13.600 Unternehmen bei den Gerichten Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung anmeldeten. Seit dem Höchststand im Jahr 2003 sank die Zahl der Unternehmensinsolvenzen kontinuierlich.

Forderungen von 16 Milliarden Euro

Dagegen steigt die Zahl der Verbraucherinsolvenzen seit Jahren stetig. In den ersten sechs Monaten 2007 kletterte sie um 19,8 Prozent auf 52.430. Getrieben wird dies vor allem von einer Gesetzesänderung, mit der Privatinsolvenzen vereinfacht wurden. Die Forderungen der Gläubiger summierten sich im ersten Halbjahr auf 16,1 (Vorjahreszeitraum: 16,9) Milliarden Euro. Knapp 60 Prozent davon entfielen auf Unternehmen, obwohl nur etwa jeder fünfte Insolvenzfall ein Unternehmen betraf. Die Gesamtzahl der Insolvenzen - zu denen auch ehemalige Freiberufler gezählt werden - erhöhte sich binnen Jahresfrist um 9,0 Prozent auf 82 702 Fälle.

Im Juni wurden den Angaben zufolge 2448 Insolvenzen von Unternehmen (plus 1,2 Prozent) und 8750 Insolvenzen von Verbrauchern (plus 17,8 Prozent) gemeldet. Insgesamt registrierten die Gerichte im Juni 13 709 Insolvenzen und damit 10,3 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Darin enthalten sind unter anderem auch ehemals selbstständig Tätige. (mit dpa)