Hamburger SV : Stevens geht im Sommer zurück nach Eindhoven

Huub Stevens kehrt im Sommer in seine niederländische Heimat zum PSV Eindhoven zurück. Der HSV-Trainer will seiner kranken Frau näher sein.

Britta Körber[dpa]
Stevens
Nicht mehr lange in Hamburg: Trainer Huub Stevens verlässt den HSV im Sommer. -Foto: ddp

HamburgDer Hamburger SV hat den Kampf um seinen Trainer Huub Stevens verloren, den es wegen seiner kranken Frau Toos nach Saisonende in die Heimat zieht. Der niederländische Coach wird seinen Vertrag beim Fußball-Bundesligisten zwar erfüllen, im Sommer aber zur PSV Eindhoven wechseln. "Es war eine ganz schwierige Entscheidung, die wir mit der Familie getroffen haben", sagte Stevens, der den HSV im Februar als Tabellenletzten übernommen und dann sogar noch in den Uefa-Cup geführt hatte.

HSV bedauert Stevens' Entscheidung

"Ich weiß nicht, ob ich in Eindhoven so viel Spaß haben werde wie beim HSV", führte Stevens aus. Als Dritte können die Hanseaten in dieser Saison ein Wörtchen im Titelkampf mitreden. "Der HSV hat alles dafür getan, mit mir zu verlängern, aber es ging nicht." Der HSV-Vorstandsvorsitzende Bernd Hoffmann betonte: "Wir haben Huub Stevens als konsequenten Mann kennengelernt, der seine Verträge einhält. Wir haben viel Spaß mit ihm und hätten gern bis zu seiner Pensionierung mit ihm gearbeitet."

"Es gibt Wichtiges als Punkte zu sammeln, und das ist die Familie. Ich habe große Anerkennung für die Entscheidung und hätte sie genauso getroffen." Sportdirektor Dietmar Beiersdorfer versicherte, dass Stevens den Verein immer auf dem Laufenden gehalten und offen über das PSV-Angebot geredet habe. "Wir bedauern, dass er geht und sind traurig. Aber wir haben ein professionelles Fundament geschaffen, sind gut aufgestellt, um gut weiterzuarbeiten", sagte Beiersdorfer.

Chronische Darmkrankheit

Die Spieler, die größtenteils bei ihren Nationalmannschaften weilen, wurden telefonisch benachrichtigt. "Sie haben so reagiert, wie ich es erwartet habe, sehr menschlich", sagte Stevens. Er hatte in den vergangenen Wochen immer wieder versichert, seinen Vertrag in Hamburg erfüllen zu wollen. Wegen der chronischen Darmkrankheit seiner Ehefrau, mit der er seit 32 Jahren verheiratet ist, hatte der 53-Jährige aber auch betont, dass er über ein Ende seiner Tätigkeit im Ausland nachdenke.

Bereits beim 1. FC Köln, den Stevens 2005 zurück in die Bundesliga geführt hatte, hörte er vorzeitig auf, um näher bei seiner schon damals kranken Frau sein zu können. "Die Situation war nicht die selbe, in Köln hatte ich nicht immer so einen unheimlichen Spaß wie hier", bekannte Stevens, der bis Saisonende mit voller Kraft für die Hanseaten arbeiten will. "Ich will mich ordentlich verabschieden", lautet sein Motto für die kommenden Monate.

Nachfolger in aller Ruhe suchen

Der Vorstand muss sich nun nach einem geeigneten Kandidaten für den Trainerposten umgucken. "Diese Entscheidung gibt uns Planungssicherheit und die Möglichkeit, in aller Ruhe nach einem Nachfolger zu suchen", sagte Hoffmann. Bis Stevens seine Arbeit an seinem Wohnort Eindhoven antritt, sind der ehemalige Bayern-Spieler Jan Wouters und von Januar an Sef Vergoossen als Interimstrainer vorgesehen.

Nachdem der spanische Erstligist FC Valencia Eindhovens Trainer Ronald Koeman verpflichtet hatte, konnten die Niederländer bisher keinen renommierten Coach unter Vertrag nehmen. Stevens spielte beim PSV von 1975 bis 1986 und arbeitete dort im Anschluss bis 1993 als Jugendcoach. 1978 gewann der einstige Innenverteidiger mit seinem Heimatklub den Uefa-Pokal. Beim niederländischen Meister soll Stevens einen Vertrag bis 2010 unterschreiben. "Es verbindet schon, wenn man 18 Jahre bei einem Verein war", sagte Stevens.