Hamburger SV : Van der Vaart: "Dann muss ich wohl bleiben"

Der HSV scheint den Machtkampf mit Rafael van der Vaart zu gewinnen. Nach dem Erfolg gegen Bayer Leverkusen lenkt der Mittelfeldstar vorsichtig ein. Der Wille zum Wechsel ist aber noch nicht erloschen.

Britta Körber[dpa]

HamburgMit starken Nerven hat sich "Verräter" Rafael van der Vaart in die Herzen der Hamburger zurückgespielt und lenkt auch im Transferstreit ein. "Der HSV sagt Nein, dann muss ich wohl bleiben. Das ist auch kein Problem, dann gebe ich weiterhin 100 Prozent", sagte der umjubelte Star der Hamburger nach dem 1:0 gegen Bayer Leverkusen. Uneinsichtig zeigte sich der 24-jährige Elfmeter-Torschütze in Bezug auf die Strafe von etwa 50.000 Euro für die Frechheit, sich mit dem Valencia-Trikot ablichten zu lassen. "Da kann er gar nichts machen, das wird ihm vom Gehalt abgezogen", sagte HSV-Sportdirektor Dietmar Beiersdorfer, dessen Linie knallhart bleibt: "Rafael muss die Realität akzeptieren."

Präsident Bernd Hoffmann glaubt daran, dass "das Thema nun an Dynamik verlieren wird" und van der Vaart beim Uefa-Cup-Rückspiel am 30. August gegen Budapest dabei sein wird. Es gebe eine "goldene Fibel der Spielerberater", die nach und nach mit Tricks den Verein mürbe machen soll. "Die ist nun langsam abgearbeitet." Interessant ist in dem Zusammenhang, dass der Vertrag des niederländischen Nationalspielers, der in dieser Woche bei der Auswahl weilt, mit Berater Sören Lerby am 31. August ausläuft. Enttäuscht zeigte sich Keeper Frank Rost von dem Wechseltheater: "Wir sind alle froh, dass Rafael bei uns bleibt. Aber moralische Ansprüche muss man in diesem Geschäft nach unten fahren, fast gen null."

Die Zeit für einen Wechsel läuft ab

Auch die Spanier registrieren, dass der HSV seinen Topstar nicht ziehen lassen wird. Die in Valencia erscheinende Zeitung "Las Provincias" meint, dass in dieser Sache eine Entscheidung kurz bevorstehe. Van der Vaart zeige mit seiner Äußerung "Es sieht so aus, als müsste ich bleiben" erste Anzeichen von "Schwäche". Außerdem laufe dem FC Valencia die Zeit weg. "Am kommenden Wochenende beginnt die spanische Liga. Da will Trainer Quique Sánchez Flores wissen, mit welchen Spielern er rechnen kann."

Das spanische Sportblatt "As" berichtete, van der Vaart habe nach dem Sonntagsspiel in der Kabine mit Trainer Huub Stevens und Beiersdorfer gesprochen und darauf hingewiesen, dass sich an seinem Wunsch zu einem Wechsel nach Valencia nichts geändert habe. Beiersdorfer machte dem Matchwinner aber deutlich, dass es keine Zugeständnisse des HSV geben wird. "Es ist unglaublich schwer, einen adäquaten Nachfolger zu finden", sagte der Sportchef, der sich von dem Willen und der Stärke des Spielgestalters beeindruckt zeigte. (mit dpa)