Handball : DHB-Frauen verpassen EM-Finale

Es soll einfach nicht sein: Schon zum dritten Mal in Folge haben die deutschen Handballerinnen ein großes Finale verpasst. Bei der EM in Mazedonien hatte das Überraschungsteam aus Spanien die Nase vorn.

Handball-EM
Die deutschen Handballerinnen bleiben enttäuscht zurück. -Foto: dpa

SkopjeDeutschlands Handball-Frauen haben auch ihr drittes Halbfinale hintereinander verloren und bei der EM in Mazedonien das ersehnte Endspiel verpasst. Der WM-Dritte unterlag am Samstag gegen das Überraschungsteam aus Spanien mit 29:32 (13:12) und muss wie bei der WM 2007 und der EM 2006 mit dem "kleinen Finale" vorliebnehmen. Im Spiel um Platz drei trifft die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) an diesem Sonntag (14 Uhr) auf den Verlierer des Duells zwischen Olympiasieger Norwegen und Weltmeister Russland.

Beste deutsche Torschützinnen waren Grit Jurack und Nadine Krause. Vor nur 1000 Zuschauern in der Arena "Boris Trajkovski" konnte die deutsche Mannschaft auf ihre Bestbesetzung zurückgreifen. Stefanie Melbeck und Anne Müller, die im letzten Hauptrundenspiel gegen Russland noch gefehlt hatten, konnten auflaufen.

Deutschland erwischte guten Start

Dank der starken Torfrau Clara Woltering und einer eklatanten Abschlussschwäche der Spanierinnen erwischte Deutschland einen perfekten Start und zog auf 9:4 (18.) davon. Nach einer Auszeit steigerten sich die Ibererinnen, die in der ersten Viertelstunde allein viermal Pfosten oder Latte getroffen hatten, verkürzten auf 8:10 (23.) und glichen kurz vor dem Halbzeitpfiff beim 12:12 erstmals aus. Die Deutschen leisteten sich gegen Ende der ersten Hälfte zu viele Ballverluste in der Offensive, gingen jedoch nach dem vierten Treffer von Nadine Krause, zuvor brutal von Martha Mangue gefoult, mit einem 13:12 in die Kabine.

Auch nach dem Seitenwechsel steigerte sich das Niveau des Spiels nicht. Viele Fehler und Ballverluste unterstrichen die Nervosität auf beiden Seiten. Deutschland konnte sich nicht absetzen, im Gegenteil: Beim 16:15 (38.) ging Spanien erstmals in Führung. Weil die deutsche Abwehr bei weitem nicht mehr die Stabilität aus der Anfangsphase hatte, dem Angriff die Effektivität fehlte und sich die spanische Torhüterin Micaela Ciobanu steigerte, vergrößerte sich der Rückstand zwischenzeitlich auf 20:24 (49.).

Die Spanierinnen, zum ersten Mal überhaupt in einem Halbfinale, präsentierten sich dabei wahrlich nicht übermächtig, sondern nur motivierter, kampfstärker und effektiver. Beim 27:22 (51.) war die Vorentscheidung gefallen. Die DHB-Auswahl hatte zuvor noch nie gegen Spanien verloren. 17 Siegen stand vor dem Halbfinale ein Remis gegenüber. Vor der Partie war Anna Loerper von DHB-Präsident Ulrich Strombach mit einem Blumenstrauß für ihr 100. Länderspiel ausgezeichnet worden. (sg/dpa)