Handball : Füchse Berlin holen ersten Punkt

Die Füchse haben nach 21 Jahren Abstinenz ihre ersten Punkte in der Handball-Bundesliga geholt. Der Aufsteiger aus Berlin erkämpfte in der Max-Schmeling-Halle ein Unentschieden gegen den VfL Gummersbach.

Hartmut Moheit

Berlin - Eigentlich hatte Trainer Jörn-Uwe Lommel das Spiel seiner Füchse Berlin gegen den Champions-League-Vertreter VfL Gummersbach noch als „eine Aufgabe zum Lernen“ eingestuft. Wenn das so war, dann darf man vom Aufsteiger in die erste Handball-Bundesliga ab sofort einiges erwarten. Vor 4112 Zuschauern in der Max-Schmeling Halle erkämpfte sein Team gegen den vorjährigen Meisterschafts-Vierten den ersten Punkt im dritten Spiel. Ein 28:28 (13:18) hatte dem Außenseiter kaum jemand gegen diesen prominenten Gegner zugetraut. Es sah auch lange nicht danach aus.

Mit einem kurzen Sprint lief Füchse-Trainer Jörn-Uwe Lommel zum Kampfrichtertisch und knallte die grüne Karte auf die Platte. Er forderte eine Auszeit, denn so konnte es nicht weitergehen. Nach zehn Minuten führte Gummersbach 8:4 und es war zu befürchten, dass die Torejagd so munter weitergehen würde. Lommel gestikulierte, brüllte fast in die Spielerrunde und schickte sein Team mit beschwörenden Worten wieder auf's Parkett zurück. Zehn Minuten lang hielt die Wirkung an, beim 9:10 wähnten sich die Füchse auf dem Erfolgspfad. Vor allem der Wiener Konrad Wilczynski traf, aber auch die anderen rackerten unermüdlich. Das war kraftraubend, der VfL dagegen kam im Angriff zu vielen leichten Toren. Und wenn gar nichts mehr zu klappen schien, sprang Momir Ilic aus der zweiten Reihe hoch und wuchtete den Ball einfach ins Toreck. Einen Spieler mit diesem Vermögen haben die Füchse nicht. Im Ansatz zeigte Toni Kern mit zwei Toren, dass er so einer werden könnte. Auch der vorgestern erst verpflichtete 2,02-Meter-Riese Janko Bozovic kam nicht zu den von ihm erhofften einfachen Treffern. Die Gäste bauten ihre Führung zur Pause auf 13:8 aus.

Im Handball muss dennoch ein Spiel noch längst nicht entschieden sein. Mit dieser Einstellung kamen die Füchse aus der Kabine. Kämpfen und nochmals kämpfen, hatte Lommel gefordert. Gummersbach wackelte plötzlich. Den Berlinern gelangen sogar zwei Unterzahltreffer durch Bozovic und Markus Richwien. Mehr und mehr kamen fast überschäumende Emotionen ins Spiel, auf dem Feld und bei den Trainern. Da war die Stimmung, in der sich Torwart Petr Stochl in eine Weltklasseform steigerte. Und plötzlich stand es 25:25 (53.) durch den sich enorm steigernden Fakharany. VfL-Trainer Alfred Gislason nahm seine letzte Auszeit. Doch 30 Sekunden vor Schluss stand es immer noch Unentschieden: 28:28. Den Ball hatten die Füchse. Aber ein Treffer gelang ihnen nicht mehr.