Handwerk : IHK will Arbeitsmarkt öffnen

Der Fachkräftemangel zwingt nach Ansicht der IHK Frankfurt/Oder zu einer früheren Öffnung des Arbeitsmarktes in der Region. Der Zustrom von qualifizierten Arbeitskräften aus Osteuropa könnte die Probleme lindern.

Frankfurt/OderDer neue Präsident der Frankfurter Industrie- und Handelskammer (IHK), Ulrich Müller, macht sich für eine Öffnung des Arbeitsmarkts für qualifizierte Arbeitnehmer aus den neuen EU-Ländern stark. "Die Unternehmen in den Grenzregionen leiden zunehmend unter einem Fachkräftemangel", sagte Müller der "Märkischen Oderzeitung". Ein leichterer Zugang von qualifizierten Arbeitskräften aus den östlichen EU-Ländern könnte dieses Problem mildern.

"Die Erfahrungen unserer Mitglieder besagen nämlich, dass wir nicht bis 2009, wie es die SPD fordert, oder gar bis 2011, so die CDU-Position, warten können, bis die Freizügigkeit für Arbeitnehmer aus dem Osten hergestellt wird", sagte Müller, der die Geschäfte des regionalen Energieversorgers EWE in Brandenburg verantwortet. Schon heute fehlten in wichtigen Sparten die Fachleute.

Von Billigkonkurrenz sei längst keine Rede mehr, sagte der 53-Jährige dem Blatt. Schon heute hätten beispielsweise die Obstbauern entlang der Oder Probleme, Erntehelfer aus Polen zu bekommen, weil diese für mehr Geld in Großbritannien oder Holland arbeiteten. Dieser Trend sei nicht aufzuhalten. Zudem gebe es in Ostbrandenburg schon heute 276 Unternehmen mit einem polnischen Inhaber oder Geschäftsführer. (mit ddp)