Hans-Joachim Giersberg : Eine Festschrift für den Schlossherrn

Hans-Joachim Giersberg, der ehemalige Chef der preußischen Schlösserstiftung, wird 65 Jahre alt

Thorsten Metzner

Von Hans-Joachim Giersberg selbst stammt der Spruch: „Ich ehre lieber Könige, die nicht mehr leben.“ Dem langjährigen Generaldirektor der Preußischen Schlösserstiftung, der heute 65 wird, hat Rummel um seine Person nie behagt. So wird er auch den Geburtstag im aller „engsten Freundes- und Familienkreis“ begehen. „Nur kein großer Bahnhof.“ Aber natürlich kommt die Stiftung, die dieser kluge, feinsinnige Mann zehn Jahre leitete, an solch einem Jubiläum nicht vorbei: So wird es am 13. März einen Empfang für ihn im Schloss Lindstedt geben. Das Geschenk? Ein ihm zu Ehren im Nikolaiverlag erschienenes Festbuch „Kunst in Preußen“ (231 Seiten, 34,90 Euro) in dem Regierungschef Matthias Platzeck, Prinz Wilhelm-Karl von Preußen, sein Nachfolger Hartmut Dorgerloh und weitere Autoren seine Verdienste würdigen. „Ein bisschen neugierig darauf bin ich schon“, gesteht der Jubilar. Und seine Verdienste sind unbestritten. Giersberg, der im November 2001 aus gesundheitlichen Gründen in den Ruhestand ging, ist auch nach seinem Ausscheiden eine Institution in der Schlösserstadt Potsdam geblieben, deren Ehrenbürger er mittlerweile ist. Mit seinem Namen verbindet sich ein großangelegtes Restaurierungsprogramm in den Schloss- und Parkanlagen seit 1990, in deren Bestand er frühere Schlösser wie Caputh, Oranienburg und Rheinsberg zurückholte. Es ist nicht zuletzt seiner ausgleichenden Art zu verdanken, dass die Zusammenführung der Berliner und Brandenburger Schlösserverwaltung trotz Ost-West-Differenzen nach 1995 so reibungslos verlief. Was den Mann der leisen Töne nicht hinderte, sich deutlich zu Wort zu melden, wenn er es für angebracht hielt: Etwa, als die Bausünden-Politik der Potsdamer Stadtväter fast zu einer roten Karte der UNESCO, zur Streichung der Parks aus der Welterbeliste, führte.

Dass er nun 65 ist, sei schon Anlass innezuhalten, zurückzublicken, sinniert Giersberg. „Man resümiert. Und man überlegt: Was macht man jetzt?“ Die Antwort? Er recherchiert, wird regelmäßig in der Plankammer der Stiftung gesichtet. Was daraus werden soll, verrät er nicht. Und natürlich verfolgt er das Geschehen in seiner früheren Wirkungsstätte aufmerksam. Nicht alles mag ihm gefallen, was sein junger Nachfolger Hartmut Dogerloh anpackt, der frischen Wind in die Stiftung bringt, dabei auch unorthodoxe Wege geht. Aber es sei eben eine „neue Leitung, eine neue Generation“, sagt Giersberg. Und Dorgerloh beweise „viel Kraft und viel Mut“.

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