Hansa Rostock : Pagelsdorf gewinnt Machtkampf

Der FC Hansa Rostock wird sich von seinem Manager Stefan Studer trennen. Zwischen Studer und Cheftrainer Pagelsdorf hatte seit Monaten ein Kompetenz-Streit getobt.

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Sieger Pagelsdorf: Zwischen ihm und Manager Studer war das Tischtuch zerschnitten. -Foto: ddp

RostockHansa Rostocks Cheftrainer Frank Pagelsdorf hat das Kompetenz-Gerangel gegen Manager Stefan Studer gewonnen. Seinen Posten bekommt er dennoch nicht. Wie aus Vorstandskreisen des Bundesliga-Aufsteigers bekannt wurde, muss Studer seinen Hut nehmen. Sein Nachfolger soll bereits an diesem Dienstag auf einer Pressekonferenz vorgestellt werden. Dass Pagelsdorf Trainer und Manager in Personalunion wird, schloss der Aufsichtsratsvorsitzende Horst Klinkmann derweil aus. Laut Medienberichten ist der ehemalige Manager Herbert Maronn heißester Kandidat für die Studer-Nachfolge.

"Wir haben eine Entscheidung getroffen. Jetzt muss der Vorstandsvorsitzende noch mit allen Betroffenen sprechen, ob sie diese Entscheidung mittragen", sagte Klinkmann. Studer selbst wollte sich nicht äußeren. Da er bei Hansa noch einen Arbeitsvertrag bis zum Jahr 2010 hat, wird er wohl weiter im Verein arbeiten. Auf welcher Position dies sein wird, ist offen.

"Am Denkmal Pagelsdorf zu rütteln, ist schwer"

Dass Studer den Disput mit Cheftrainer Frank Pagelsdorf verlieren würde, war absehbar. "Am Denkmal Pagelsdorf zu rütteln, ist schwer", machte Klinkmann erst vor wenigen Tagen deutlich. Der Mediziner hoffte in den vergangenen Monaten immer darauf, dass sich die beiden Streithähne "doch noch zusammenraufen werden." Dieser Wunsch erfüllte sich nicht. Zwischen Manager und Trainer war das Tischtuch komplett zerschnitten. Immer wieder kritisierte Pagelsdorf seinen Vorgesetzten, der in den 90er Jahren noch unter ihm bei Hansa gespielt hatte. "Wir hätten viele Dinge früher machen können, jetzt hinken wir hinterher", hatte Pagelsdorf gegen Studer gewettert.

Studers Transfer-Erfolge sind wahrlich sehr übersichtlich. Mit Torhüter Stefan Wächter (Hamburger SV) ist bisher erst ein Neuzugang für die Profimannschaft perfekt. Diese magere Bilanz allein Studer in die Schuhe zu schieben, wäre jedoch nicht fair. Denn Studer und Pagelsdorf bremsten sich - für jeden Laien erkennbar - gegenseitig aus. Zudem sind die finanziellen Mittel bei Hansa limitiert und so der Spielraum für große Namen eingegrenzt. Dennoch: Nach Klinkmanns Aussagen war sowohl der Transfer von Mathieu Beda (1. FC Kaiserslautern) als auch die Verpflichtung von Daniel Schulz (1. FC Union Berlin) abgesegnet. Beide Wechsel platzten aus unterschiedlichen Gründen, da Pagelsdorf in letzter Sekunde sein Veto einlegte. (Von Karsten Lehmann, dpa)