Haring-Ausstellung : Plakative Strichmännchen

"Leben als Zeichnung": Eine Ausstellung mit mehr als 100 Zeichnungen des US-amerikanischen Künstlers Keith Haring öffnet an diesem Sonntag im Ludwig-Museum in Koblenz.

Keith Haring
Die Ausstellung "Keith Haring - Leben als Zeichnung". -Foto: dpa

KoblenzDie Schau wurde mit The Estate of Keith Haring in New York erarbeitet. Von dort kommen nach Angaben des Museums auch die meisten Leihgaben. Haring (1958-1990) gehörte zu den Künstlern der Pop-Art-Bewegung. Mit seinen plakativen Strichmännchen und einprägsamen Piktogrammen, die er im öffentlichen Raum anbrachte, gelangte er weltweit zu Ruhm. Haring verarbeitete in seiner Kunst auch Themen wie Krieg, Ausbeutung und Aids. Mit 31 Jahren starb er selbst an der Immunschwächekrankheit.

Harings Leben sei von einem ständigen Drang zum Zeichnen geprägt gewesen, sagte Museumsdirektorin Beate Reifenscheid. Ende der 1970er und Anfang der 1980er Jahre beschäftigte er sich künstlerisch mit Themen wie dem Atomzeitalter, der Veränderung der Welt durch den Computer und (positiver) Energie, die fremde Wesen abgeben. Zeichnungen, in denen es um Ufos oder um Strahlungen auf Menschen oder Gegenstände geht, gehören auch zu den Ausstellungsstücken in Koblenz. Kindlich heiter erscheint die Lithografie-Serie "The Story of Red and Blue".

Gewalt und Unterdrückung

Andere Werke zeigen ernste Themen rund um Gewalt und Unterdrückung: an den Füßen aufgehängte, gefolterte Menschen oder ein Totenkopf, aus dem kleine Menschen wie Maden herauszufallen scheinen. Zur Ausstellung gehört das großformatige Werk "Aids" aus dem Jahr 1985. Zu jener Zeit seien mehrere Freunde Harings an der Krankheit gestorben, sagte Reifenscheid. Auf gelbem Grund zeichnete Haring einen HIV-Infizierten als Schmerzensmann, in dem sich unheilvolle Geister verbissen haben. Später erfuhr Haring von der eigenen Infektion und begann sein Arbeitstempo noch zu erhöhen.

Der Film "Drawing the line - A Portrait of Keith Haring" sowie Fotos ergänzen die Ausstellung, zu der auch ein Katalog mit wissenschaftlichen Beiträgen erscheinen soll. Die Schau "Keith Haring - Leben als Zeichnung" dauert bis zum 28. Oktober. (mit dpa)