Hauptversammlung : Tchibo Holding heißt jetzt Maxingvest AG

Die gestrige Hauptversammlung der Tchibo Holding geriet zu einer skurillen Veranstaltung. Im Rahmen des innerfamiliären Streits der Brüder Herz wurde ein bekannter Querulant eingeschleust. Einen neuen Namen für die Holding gab es nebenbei auch.

HamburgDie Tchibo Holding AG heißt künftig Maxingvest AG. Das habe die Hauptversammlung beschlossen, teilte Tchibo mit. Mit dem neuen Namen, der an das Ehepaar Max und Ingeburg Herz als Gründer des Tchibo-Konzerns erinnert, solle die Aufgabe und Funktion der Familienholding klarer zum Ausdruck gebracht werden. Zu der Holding gehören 100 Prozent des Handelsunternehmens und Kaffeerösters Tchibo sowie die Mehrheit am Nivea-Hersteller Beiersdorf.

An der Hauptversammlung am Donnerstag nahm erstmals neben Mitgliedern der Familie Herz auch der umstrittene Kölner Investor Karl-Walter Freitag teil. Er verfügt über vier Aktien, die ihm vermutlich Joachim Herz überlassen hat. Die Anteile an Maxingvest liegen zu 85 Prozent bei Ingeburg Herz, ihren beiden Söhnen Michael und Wolfgang sowie der Max und Ingeburg Herz Stiftung. Joachim Herz, der zu seinen Geschwistern und seiner Mutter ein belastetes Verhältnis haben soll, hält 15 Prozent. Er war bei der Hauptversammlung nicht dabei.

Familienzwist auf der Hauptversammlung

Die Hauptversammlung dauerte mehr als acht Stunden und Freitag stellte zahlreiche Fragen zum Jahresabschluss 2006 und Einzelheiten der Bilanzierung und Rechnungslegung. Ähnlich hat sich der Kölner Investor bereits bei den Hauptversammlungen zahlreicher börsennotierter Publikumsgesellschaften verhalten, um Formfehler zu provozieren und Anknüpfungspunkte für Anfechtungsklagen zu finden. Auch Joachim Herz hat bereits mehrfach gerichtliche Auseinandersetzungen mit seinen Brüdern geführt, ohne großen Erfolg.

Die Hauptversammlung fasste mit der erforderlichen Mehrheit die notwendigen Beschlüsse wie die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat, den Dividendenbeschluss und die Wahl der Wirtschaftsprüfer. Die Holding erwirtschaftete bei einem Umsatz von gut neun Milliarden Euro einen Bilanzgewinn von 273 Millionen Euro, von denen 48 Millionen Euro an die Eigentümer ausgeschüttet werden. (mit dpa)