Der Tagesspiegel : Hausärzte für Heimbewohner

Vivantes und Krankenkassen schließen Vertrag über bessere medizinische Versorgung von Pflegebedürftigen

Berlin - Immer mehr Pflegeheime in Berlin wollen die medizinische Versorgung ihrer Bewohner verbessern und setzen dafür auf vertraglich an die Einrichtung gebundene niedergelassene Ärzte. Nun haben neun Heime der Vivantes-Gruppe mit rund 1000 Plätzen einen entsprechenden Vertrag mit der AOK Berlin und der Innungskrankenkasse Berlin-Brandenburg geschlossen, wie die AOK am Dienstag mitteilte. Auch die Bahn-Betriebskrankenkasse werde dem Vertrag Anfang Mai beitreten. Bei diesen Kassen versicherte Heimbewohner können sich in das Programm einschreiben und haben dann einen festen Hausarzt, der sie betreut. Die beteiligten Mediziner müssen eine Rufbereitschaft rund um die Uhr organisieren und bei den teilnehmenden Heimbewohnern mindestens einmal pro Woche eine Visite durchführen. Unnötige und belastende Krankentransporte und Krankenhauseinweisungen sollen den Heimbewohnern dadurch erspart bleiben.

Mit diesem Vertrag verfügen in Berlin nun 57 von rund 285 Pflegeeinrichtungen über einen „Arzt am Pflegebett“.

Vivantes sucht nun Vertragspartner – am besten Gemeinschaftspraxen –, um die Rufbereitschaft rund um die Uhr zu gewährleisten. Für die Betreuung der Versicherten der beteiligten Krankenkassen erhalten die Ärzte eine Behandlungspauschale. Aber auch die Versicherten anderer Kassen sollen von den Vertragsärzten profitieren können, heißt es bei Vivantes. Diese fungieren dann als ganz normale Hausärzte, die ins Haus kommen.

Darüber hinaus müssen die Vertragsheime Qualitätsdaten erheben. Diese sogenannten Resident Assessment Instruments erfassen zum Beispiel die Anzahl von Stürzen in einem Zeitraum, die Zahl der unter einem Druckgeschwür leidenden Bewohner oder die Zahl von gleichzeitig verordneten Arzneien pro Patient. Auch dies soll der langfristigen Verbesserung der Pflegequalität dienen. I. B.Eine Übersicht,, welche Berliner Pflegeheime über einen angestellten oder vertraglich gebundenen Heimarzt verfügen, bietet der jetzt erschienene „Pflegeheimführer Berlin 2008“. Insgesamt werden darin 260 Heime detailliert vorgestellt. Er kostet 9,80 Euro (7,80 Euro für Tagesspiegel-Abonnenten) und kann unter der Telefonnummer 26009-582 oder im Internet unter www.tagesspiegel.de/shop bestellt werden. Der Pflegeheimführer ist auch im gut sortierten Zeitschriftenhandel erhältlich.

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