Der Tagesspiegel : Havel-Königin

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Eine königliche Fregatte fährt vielleicht schon bald über die Havelgewässer rund um Potsdam. Ein neuer Verein will sich um den Kauf des Nachbaus der stolzen „Royal Louise“ bemühen, die das englische Königshaus vor über 170 Jahren dem preußischen König zum Geschenk machte. Der Verein „Royal Louise Yacht und Schifffahrtsverein zu Potsdam“ will sich am heutigen Mittwoch in Potsdam gründen. Er kann sich nach eigenen Angaben auf die Hilfe der Stadt Potsdam und der Schlösserstiftung stützen und will den Kaufpreis für das Schiff von rund 130000 Euro vor allem durch Spenden und Mitgliedsbeiträge aufbringen. Die „Royal Louise“ war in den Jahren 1996 bis 1998 in einem ABM-Projekt in Köpenick nachgebaut worden. Doch die Betreiberfirma meldete jetzt Konkurs an. Das Schiff soll für gemeinnützige Zwecke eingesetzt werden. Ein Nachbau war auch schon die 1831 entstandene erste „Royal Louise“: eine Kopie der großen englischen Segelschiffe. Doch diese brachte es noch immer auf stolze Ausmaße: 18 Meter lang und vier Meter breit. Der Großmast erreichte 13 Meter Höhe. Ein schwarzer Adler diente als Galionsfigur. Das Schiff kam gut mit den meist niedrigen Wasserständen in der Havel zurecht und diente dem Amüsement. Es lag zunächst im Fregattenhafen auf der Pfaueninsel und dann bis 1914 im königlichen Yachthafen an der Schwanenallee am Jungfernsee. Danach wurde das Schmuckstück nach Sacrow, an den Wannsee und an andere Orte gebracht. Von 1934 bis 1945 nutzte es die Deutsche Marine, nach Kriegsende die britischen Militärbehörden. Doch mangelnde Pflege der Konstruktion aus Teak und Mahagoni führte zu schweren Schäden, so dass die Fregatte 1947 in Kiel zerstört wurde. Das Holz diente als Brennmaterial. Tsp/Foto: dpa

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