Der Tagesspiegel : Hennigsdorfer Werk für Schienenfahrzeuge: Der Bahn-Standort Hennigsdorf

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Das jetzt von der Schließung bedrohte Hennigsdorfer Bombardier-Werk ging aus dem VEB Lokomotiv- und Elektrotechnischen Werken hervor, in dem rund 8000 Beschäftigte arbeiteten. Hier wurden Schienenfahrzeuge aller Art hergestellt, von der Elektro-Lok bis zu Straßen- und U-Bahnen. Von der Treuhand wurde es an die AEG verkauft. Am 1. Januar 1996 entstand das Unternehmen Adtranz durch Zusammenlegung der Bahnsparten von AEG und von Asea Brown Boweri (ABB). Unter der späteren Regie von Daimler Chrysler wurden die Lokomotivfertigung und die Drehgestellproduktion ausgelagert. Rund 1000 Arbeitsplätze fielen weg. Am 1. Mai 2001 übernahm der Marktführer Bombardier den Betrieb, der innerhalb des Unternehmens der größte Produktionsstandort ist. Ein Großteil der Beschäftigten kommt heute aus Berlin. Dort war das Werk in Pankow stark reduziert worden. Viele Beschäftigte pendeln deshalb in die Brandenburger Kleinstadt. In Hennigsdorf selbst verloren nach der Wende bereits durch die Schließung des alten Stahlwerkes rund 4000 Menschen ihren Arbeitsplatz. Die Arbeitslosenquote liegt in der Stadt mit 18 Prozent im Brandenburger Durchschnitt.

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