Hertha BSC : Pantelic trifft und schweigt

Neue Euphorie bei der Hertha: Der Umbau scheint Wirkung zu zeigen. Die Spieler von Trainer Favre eroberten Tabellenplatz fünf - nur der Matchwinner scheint nicht glücklich.

Pantelic
Marko Pantelic -Foto: ddp

BerlinNach dem Doppelpack zum ersten Auswärtssieg wählte Matchwinner Marko Pantelic einen schweigsamen Abgang. "Ist nicht nur heute, ist schon seit Monaten so", sagte der Torjäger von Hertha BSC und verschwand wortlos im Kabinengang der MSV-Arena. Zwar hat der Serbe seinen Club mit den beiden Treffern zum 2:1 (0:0)-Sieg beim MSV Duisburg in die Spitzengruppe der Fußball-Bundesliga geschossen, doch nach wie vor fühlt sich Pantelic von den Verantwortlichen als Sündenbock für Herthas schwache Vorsaison ungerecht behandelt.

Da kam das Lob von Dieter Hoeneß vielleicht zur rechten Zeit. "Es spricht für ihn, dass er den Biss gezeigt hat, das Spiel entscheiden zu wollen. Er hat seine Torjäger-Qualitäten bewiesen und für seine Verhältnisse enorm viel gearbeitet", sagte Herthas Manager. Auch Trainer Lucien Favre, der zu Saisonbeginn Ausschau nach Alternativen zu Herthas bestem Torschützen der abgelaufenen Spielzeit gesucht hatte, befand nach dem ersten Auswärtssieg: "Jeder hat gesehen, dass er ein guter Spieler ist."

Personeller Umbruch zeigt Wirkung

Mit dem Torjäger-Instinkt des Serben und einer im Neuaufbau befindlichen Mannschaft haben die Berliner einen gelungenen Start hingelegt. "Jetzt haben wir zwei Heimspiele nacheinander und eine gute Ausgangsposition, um uns oben festzusetzen", sagte Hoeneß. Dennoch müsse man den Ball flach halten. "Die Mannschaft muss sich entwickeln, das wird noch eine Weile dauern und sicherlich auch Rückschläge geben", meinte Hoeneß.

Der personelle Umbruch im Team zeigt jedenfalls Wirkung. "Wir sind fußballerisch und taktisch viel besser geworden und haben das Potenzial, jedes Spiel zu gewinnen. Es macht richtig Spaß in der Truppe", befand Jung-Nationalspieler Malik Fathi. Auch der Brasilianer Gilberto sagte: "Dieser Sieg war wichtig für unser Selbstvertrauen." (mit dpa)