Hertha BSC : Seelendoktor für Simunic

Joe Simunic widerspricht der Darstellung in einer kroatischen Zeitung, wonach er nicht zu einem Mentaltrainer gehen würde. "Ich glaube, es ist der richtige Weg", heißt es in einer Stellungnahme des Hertha-Verteidigers. Seine Karriereende-Pläne dementiert er jedoch nicht.

Roland Peters
Simunic
Radikalkur vom Schiedsrichter: Joe Simunic flog zuletzt im Pokal vom Platz. -Foto: dpa

BerlinEr habe sich dazu entschlossen, künftig mit einem Mental-Trainer zusammen zu arbeiten, so Simunic in einer auf der Hertha-Internetseite veröffentlichten Pressemitteilung. Bereits nach dem Heimspiel gegen Hannover 96 habe er dies öffentlich betont. Außerdem verwies der Verteidiger darauf, dass die Zusammenarbeit mit einem solchen Trainer weltweit ein ganz normaler Vorgang sei. Topsportler wie Dirk Nowitzki, Michael Schumacher und viele andere nähmen oder hätten im mentalen Bereich Spezialisten in Anspruch genommen. Auch er glaube, dass dies der richtige Weg sei.

In den vergangenen acht Monaten handelte sich Joe Simunic vier Rote Karten ein. Statt eine vereinsinterne Geldstrafe zu zahlen, sollte sich der Kroate nach dem letzten Platzverweis im Pokal in psychologische Behandlung begeben. Nach dem Wuppertal-Spiel sagte Hoeneß laut Bild-Zeitung, dass Simunic "Konfliktsituationen nicht immer gewachsen" sei. Mit professioneller Mitarbeit könne man das aber verbessern. Hoeneß nach soll der Verteidiger dann noch vor dem folgenden Spiel beim HSV bei einem Mental-Trainer vorstellig geworden sein.

Karriereende in Sicht?

Kroatische Medien hatten Interviews mit Simunic veröffentlicht, in denen er davon gesprochen haben soll, nach der Roten Karte nicht zum Psychologen gegangen zu sein. "Das kommt überhaupt nicht in Frage", so der Wortlaut. "Weder bin ich nervös, noch bin ich wütend und am wenigsten bin ich verrückt." Diese Aussagen habe er so nicht getroffen, sagt Simunic nun.

Weiter aber fraglich ist, wie Simunic zu seinem Beruf steht: "Ich weiß nicht, ob ich mich wieder für Fußball entscheiden würde", wird er in der Bild-Zeitung zitiert. Er ertappe sich manchmal dabei, darüber nachzudenken, dass es besser wäre, überhaupt nicht zu spielen. Diese Aussage dementierte der 29-Jährige in der jüngsten Pressemitteilung nicht.