Der Tagesspiegel : Herzchirurg Christiaan Barnard: Sex hält Leib und Seele zusammen

Sebastian Scholze

"Genießen Sie Sex!", rät der südafrikanische Herzchirurg Christiaan Barnard in seinem neuen Buch "50 Wege zu einem gesunden Herz". Zwei- bis dreimal die Woche soll es schon sein, und nie außerhalb des eigenen Schlafzimmers. Der Mediziner verrät außerdem, dass er seinen ersten Sex erst mit 25 Jahren hatte. Das ändert aber nichts daran, dass den 77-Jährigen der Ruf als Lebemann und Frauenheld, mit dem er übrigens heftig kokettiert, auch bis in die Brandenburger Landeshauptstadt verfolgt. Der berühmteste Herzchirurg der Welt hat allen Grund für sein selbstbewusstes Auftreten am Dienstag in Potsdam: Der emeritierte Professor hatte 1967 als erster Arzt erfolgreich ein menschliches Herz verpflanzt und damit die moderne Medizin geprägt.

Barnard ist auf Einladung des Deutschen Roten Kreuzes in Deutschland. Auftakt seiner einwöchigen Reise war gestern das Blutspendeinstitut des DRK in Potsdam. Barnard, der Feinschmeckerlokale besitzt und Hummer züchtet, macht in Deutschland Reklame für das Blutspenden im Allgemeinen und für sein Buch "50 Wege zu einem gesunden Herzen" und das neue Kursangebot des Roten Kreuzes für Ersthelfer im Besonderen. In den Ausbildungseinheiten kann nun potenziellen Ersthelfern auch gezeigt werden, wie man mit einem Defibrillator umgeht. Das ist jenes Gerät, das jeder Fersehzuschauer aus einer der diversen Arzt- oder Krankenhausserien kennt. Einem Patienten, der akute Probleme mit seinem Herz-Rhythmus hat, werden zwei handtellergroße Elektroden auf den Brustkorb gedrückt, ein kurzer Stromstoß - im Idealfall schlägt das Herz dann wieder. Barnard, der mit einem früheren Buch über seine exzessiven Affären mit internationalen Filmstars und Fotomodellen Fettnäpfe betrat, veröffentlicht jedoch auch Unerwartetes. Überraschend ist etwa sein Bekenntnis "Nehmen sie bei Sex-Problemen Viagra". Er schränkt jedoch ein, dass auf die stabilisierende Männer-Pille nur auf ärztlichen Rat zurückgegriffen werden soll - wegen des Herzinfarktrisikos.

Den Lebensstil, den er in seinem Buch empfiehlt, lebt Barnard angeblich selber vor. Sein Pressesprecher weiß zu berichten, dass Barnard jeden Tag mindestens zwei Stunden Fitnessprogramm braucht. Meist fasse er sich schon vor dem Frühstück ein Herz.

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