Bethanien am Mariannenplatz : Das Krankenhaus im Jahr 1971

Die Tragikomödie um das Krankenhaus Bethanien: Wenn man das Hauptgebäude 1966 nicht vorsorglich in das Verzeichnis der Baudenkmale aufgenommen hätte, würde heute auf dem 58000 Quadratmeter großen Gelände eine dichte Wohnbebauung stehen.

Wie irrig die weit verbreitete Meinung ist, bei Bauwerken im Besitz der öffentlichen Hand oder der Kirche erübrige sich der offizielle Denkmalschutz, weil sie ohnehin nicht gefährdet seien, beweist die Tragikomödie um das Krankenhaus Bethanien. Wenn man das Hauptgebäude nicht 1966 vorsorglich in das Verzeichnis der Baudenkmale aufgenommen hätte, würde heute auf dem 58000 Quadratmeter großen Gelände unmittelbar an der Mauer eine nach merkantilen Gesichtspunkten konzipierte dichte Wohnbebauung aus der Erde gewachsen sein, deren Fassaden gegen jene der benachbarten Mietkasernen aus den 50er und 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts zwar durch Vor- und Rücksprünge, Balkone und Loggien bereichert erscheinen, aber infolge ihrer von acht bis zwölf Stockwerke ansteigenden Höhe einen schwerwiegenden Eingriff in die städtebaulich interessante Gesamtanlage des Mariannenplatzes mit Bethanien und Thomaskirchen bedeuten. Von dem schönen alten Park des Krankenhauses wäre nicht viel übrig geblieben. Ausgerechnet im dicht bewohnten Kreuzberg, das mit 31 Hektar Parkanlagen in der Grünflächenliste der West-Berliner Bezirke an letzter Stelle steht...

Der ganze Artikel in der Zeitungsansicht des ehemaligen Tagespiegelblatts.