Historisches Kreuzberg : Blücherplatz

Der frühere Platz am Halleschen Tor (1837-1884) wurde am 07. April 1884 zum Blücherplatz. Damit ehrte man den hochrangigen Militär Graf Blücher von Wahlstatt.

1815 wurde der Platz als öffentlicher Platz ausgewiesen. Mit Wirkung vom 1. April 1975 wurde auch der Straßenabschnitt des Mehringdamms zwischen Blücherstraße und Tempelhofer Ufer in Blücherplatz umbenannt.

Blücher trat im Siebenjährigen Krieg zunächst in schwedische Dienste, nach seiner Gefangennahme 1760 dann in preußische. Er wurde auf eigenes Verlangen 1773 verabschiedet. 1787 trat er wieder in die Armee ein und zeichnete sich in den Revolutionskriegen (1801 Generalleutnant) und den Napoleonischen Kriegen aus. Er nahm 1806 an der Schlacht bei Jena und Auerstedt teil.

Blücher unterstützte die Reformen von Stein und Scharnhorst. Bereits 1805 forderte er in einer Denkschrift die Einführung der allgemeinen Wehrpflicht in Preußen. Auf Napoleons Drängen wurde er 1811 seines Kommandos enthoben. Nach seiner Rückkehr in die Armee im Jahre 1813 übernahm er den Oberbefehl über die Schlesische Armee und schlug mit Gneisenau als Generalquartiermeister die französischen Truppen an der Katzbach, erzwang bei Wartenburg den Elbübergang und trug in der Völkerschlacht bei Leipzig entscheidend zum Sieg bei. Die Russen gaben ihm den Namen "General Vorwärts". In der Neujahrsnacht 1813/14 überschritt er mit seinen Truppen bei Kaub den Rhein und besiegte wenig später mit Unterstützung der Hauptkräfte Napoleon bei La Rothière.

Trotz der folgenden Rückschläge führte er seine Armee bis zur Eroberung von Paris. Nach Napoleons Rückkehr erhielt er im Feldzug 1815 wiederum mit Gneisenau den Oberbefehl über das preußische Heer. Von Napoleon bei Ligny geschlagen, entschied er mit Wellington in der Schlacht bei Waterloo den Feldzug zugunsten der Alliierten. Blücher war der volkstümlichste Feldherr der Befreiungskriege. Ab 1816 in Berlin am Pariser Platz wohnend, wurde er im Januar der dritte Ehrenbürger von Berlin und 1817 Mitglied des Preußischen Staatsrates.