Historisches Kreuzberg : Blücherstraße

Der ehemalige Pionierweg (1813-1836), dann Pionierstraße wurde am 31.10.1864 zur Blücherstraße.

Gebhard Leberecht Graf Blücher von Wahlstatt, 1. Fürst war Mitglied des Militärs. Er wurde am 16. Dezember 1742 in Rostock geboren und lebte bis zu seinem Tod am 12.9.1819 in Krieblowitz, Schlesien.

Blücher trat im Siebenjährigen Krieg zunächst in schwedische Dienste, nach seiner Gefangennahme 1760 dann in preußische. Er wurde auf eigenes Verlangen 1773 verabschiedet. 1787 trat er wieder in die Armee ein und zeichnete sich in den Revolutionskriegen (1801 Generalleutnant) und den Napoleonischen Kriegen aus. Er nahm 1806 an der Schlacht bei Jena und Auerstedt teil.

Blücher unterstützte die Reformen von Stein und Scharnhorst. Bereits 1805 forderte er in einer Denkschrift die Einführung der allgemeinen Wehrpflicht in Preußen. Auf Napoleons Drängen wurde er 1811 seines Kommandos enthoben. Nach seiner Rückkehr in die Armee im Jahre 1813 übernahm er den Oberbefehl über die Schlesische Armee und schlug mit Gneisenau als Generalquartiermeister die französischen Truppen an der Katzbach, erzwang bei Wartenburg den Elbübergang und trug in der Völkerschlacht bei Leipzig entscheidend zum Sieg bei. Die Russen gaben ihm den Namen "General Vorwärts". In der Neujahrsnacht 1813/14 überschritt er mit seinen Truppen bei Kaub den Rhein und besiegte wenig später mit Unterstützung der Hauptkräfte Napoleon bei La Rothière.

Trotz der folgenden Rückschläge führte er seine Armee bis zur Eroberung von Paris. Nach Napoleons Rückkehr erhielt er im Feldzug 1815 wiederum mit Gneisenau den Oberbefehl über das preußische Heer. Von Napoleon bei Ligny geschlagen, entschied er mit Wellington in der Schlacht bei Waterloo den Feldzug zugunsten der Alliierten. Blücher war der volkstümlichste Feldherr der Befreiungskriege. Ab 1816 in Berlin am Pariser Platz wohnend, wurde er im Januar der dritte Ehrenbürger von Berlin und 1817 Mitglied des Preußischen Staatsrates.

1975 erhielt der neue Straßenteil zwischen Zossener Straße und der östlichen Seite des Mehringdammes ebenfalls den Namen Blücherstraße. Auch ein Teil der Urbanstraße wurde in Blücherstraße umbenannt.

Gewerbehof Blücherstraße

August Gietenbruch baute 1910 den Gewerbehof. Das 5-geschossige schmale Vorderhaus wurde mit einem Erker und Putti sowie grünen Mosaikfeldern geschmückt. Über dem Tor befindet sich die Inschrift: Ein- und Verkaufsgenossenschaft selbstständiger Glasermeister Deutschlands E. GmbH. Die Gebäude der fünf anschließenden Höfe wurden mit weiß glasierten Klinken verkleidet. An der Hoffassade des Vorderhauses befindet sich der Rest einer alten Bleiverglasung. Bauherr war die erwähnte Genossenschaft, die den Hof auch nutzte und u. a. an die Verlagsgesellschaft The Moneymaker und die Autogen – Werke für autogene Schweißmethoden (1915) vermietet. Der Gewerbehof wurde mit Mitteln des europäischen Fonds für regionale Entwicklung rekonstruiert. Heute befinden sich 25 bis 30 Firmen in dem denkmalgeschützten Komplex.

Weitere Informationen finden Sie im Kauperts Straßenführer aus unserem Tagesspiegel-Shop.