Historisches Kreuzberg : Chamissoplatz im Jahr 1999

Die historischen Häuserblöcke machen den Kreuzberger Chamissoplatz zu einem der sehenswertesten Orte Berlins.

Der türkische Verkäufer im Zeitungsladen am Chamissoplatz kommt ins Schwärmen: „Es ist der schönste Platz in Berlin", findet Nihat Gümüs, der seit 1970 in der Nähe wohnt. So wie er sehen es viele Anwohner; auch Touristen und Filmteams sind regelmäßige Gäste. Hier drehte
unter anderem der Regisseur Rudolf Thome 1980 seinen Liebesfilm „Berlin Chamissoplatz". Eine prächtige Gründerzeitkulisse gibt der Chamissokiez, wie der Platz und seine Umgebung oft genannt werden, auf jeden Fall her: Schließlich sind noch ganze Wohnblöcke aus den letzten drei Jahrzehnten des vorigen Jahrhunderts erhalten. Stuckverzierte Fassaden und schmiedeeiserne Balkongeländer an den fünfstöckigen Bauten prägen das Bild. Nachdem Senat und Bezirksamt die Gegend in den 70er Jahren zum Sanierungsgebiet erklärt hatten, wurden fast alle Häuser mit Hilfe von Fördermitteln restauriert und viele Höfe und Balkone begrünt. Haupteigentümer ist die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft Gewobag. Gestört wird der schöne Schein nur durch wenige heruntergekommene Häuser, die nicht der Gewobag gehören, sowie durch Satellitenschüsseln auf einigen Baikonen. Benannt ist der Platz nach dem Dichter und Naturforscher Adelbert von Chamisso (1781 bis 1838), der vor allem durch „Peter Schlemihls wundersame Geschichte" Weltruhm erlangte. Im Vergleich zur nahen Bergmannstraße,´ der belebten Einkaufs- und Lokalmeile, geht es auf dem Platz sehr ruhig zu. Anders ist es nur sonnabends beim beliebten Ökomarkt. Sonst zieht es Anwohner vor allem in den Park auf der Platzmitte. Dort gibt es einen Spielplatz, einen gepflegten Rosengarten und einen Brunnen - der aber aus Geldmangel seit Jahren nicht sprudelt. Am Rande des Parks steht ein historisches, grünes Toilettenhäuschen („Cafe Achteck"). Es wurde vom Toiletten- und Werbeflächenbetreiber Wall für 250000 Mark restauriert und innen sogar mit Marmor ausgestattet. Läden gibt es kaum, zumal bei den Sanierungen einige Gewerberäume zu Wohnungen umgewandelt worden waren. Immerhin finden sich am Platz zwei Galerien, drei Lokale und die laut Eigenwerbung einzige Berliner Spezialhandlung für südafrikanischen Wein. Ein paar Szenelokale wie die „Haifischbar" finden sich nur ein paar Meter entfernt in den Nachbarstraßen...

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