historisches Kreuzberg : Gräfestraße

Friedrich Wilhelm Ernst Albrecht von Graefe (1828 bis 1870) war ein Berliner Mediziner und schenkt seit dem 01.12.1875 der Graefestraße ihren Namen.

Das Gebäude der Friedrich-Ludwig-Jahn Sekundarschule in der Graefestraße 85 in Berlin-Kreuzberg.
Das Gebäude der Friedrich-Ludwig-Jahn Sekundarschule in der Graefestraße 85 in Berlin-Kreuzberg.Foto: Kitty Kleist-Heinrich

Er besuchte das Französische Gymnasium in Berlin und studierte 1843-1847 an der Berliner Universität Medizin. Nachdem er seine Ausbildung in Wien, Paris, London, Glasgow und Dublin bei den berühmtesten Augenärzten seiner Zeit vervollkommnet hatte, ließ er sich in Berlin als Augenarzt nieder. 1857 zum außerordentlichen Professor ernannt, wurde er 1866 Chef der augenärztlichen Abteilung der Charité. Er benutzte den Helmholtzschen Augenspiegel als erster in der praktischen Augenheilkunde. Durch die erfolgreiche Behandlung des grünen Stars wurde sein Name bekannt; die Vorlesungen in seiner privaten Augenklinik in der Karlstraße 46 (heute Reinhardtstraße) wurden von Ärzten aus aller Welt besucht. Sein Grab befindet sich auf dem II. Kirchhof der Evangelischen Jerusalems- und Neuen Kirche in der Baruther Straße. Graefestraße 85-88. Nach Plänen von Hermann Blankenstein entstanden 1888–1890 die Mauerwerkbauten im Stil des Akademischen Historismus, bestehend aus Lehrerwohnhaus und Turnhalle an der Straßenfront und zwei viergeschossigen sich im Hof frontal gegenüberstehenden Klassentrakten. Wohnhaus und Turnhalle sind mit roten Ziegeln verblendet. Ersteres zeigt im Erdgeschoss Terrakotta-Zierbänder, Stichbogenfenster und schweres Konsolgesims, im übrigen Rechteckfenster mit zum Teil schwerer Verdachung. Die Halle, ähnlich im Schmuck, präsentiert hohe gepaarte Rundbogenfenster. An den schlichten Klassengebäuden sind Sockel und Hauptgesims rot mit braunen Schmucksteinen, die obere Fassade gelb mit roten Schmucksteinen verblendet. In den Schulkomplex zogen 1890 die 1884 in der Wassertorstraße gegründete 114. (Mädchenschule bis 1926) und die 1888 in der Britzer Straße (heute Kohlfurter Straße) gegründete 176. Gemeindeschule (Knabenschule bis 1926). Später gründeten sich hier noch die 184. und die 144. Gemeindeschule. Um die Jahrhundertwende wurden in dem Komplex etwa 2700 Schüler unterrichtet. Auch Volkschule und Berufsschule hatten vor 1945 hier ihr Domizil.

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