historisches Kreuzberg : Kochstraße

Die Kochstraße hat ihren Namen vom Berliner Kommunalpolitiker Chochius und bildete einst das Zeitungsviertel der heutigen Hauptstadt.

Foto: Mike Wolff, HF

Die ehemalige Kirchstraße aus dem damaligen Kreuzbergbezirk wurde um 1734 zur zu Ehren Johann Jacob Kochs (Chochius) zur Kochstraße.
Johann Jacob Koch wurde in Aschersleben geboren und starb 1751 in Berlin. Er war Meiereibesitzer und Kommunalpolitiker. Der Königlich-Preußische Hofrat Koch war seit dem Jahre 1721 Kommissar der Serviskammer und 1724 stellvertretender Bürgermeister von Berlin. Am 31.9.1724 legte er den Eid für das Amt des Geheimen Rates ab. Er besaß auf dem Tempelhofer Mühlenberg eine Meierei, die er aufgab, um das für den Bau einer Straße in diesem Bezirk erforderliche Bauland unentgeltlich zur Verfügung zu stellen. Zur Belohnung erhielt er vom König die Baustellen Kochstraße 21 und 65 sowie Friedrichstraße 209.
Der Straßenteil zwischen Charlottenstraße und Wilhelmstraße wurde im Jahre 1734 von Räten und Zünften bebaut. Am 1. Juli 1964 wurde auch der neue Teil als Verlängerung der Kochstraße bis zur Lindenstraße mit Kochstraße benannt. Die Kochstraße bildete mit der Zimmerstraße und der Jerusalemer Straße einst das Zentrum des alten Zeitungsviertels. Am 30.4.2008 wurde der Teil zwischen Friedichstraße und Lindenstraße in Rudi-Dutschke-Straße umbenannt.

Warenhaus Wertheim

Das Warenhaus Wertheim befand sich in Kreuzberg, Oranienstraße 53/54 und Ecke Moritzplatz. Der neobarocke Bau an der Oranienstraße entstand 1893/94 nach Plänen von Alfred Messel für Georg Wertheim. Es war der erste Berliner Warenhaus-Neubau. 1900 wurde der benachbarte Erweiterungsbau (Oranienstraße 52) übergeben. Nach der Eröffnung des W. am Moritzplatz wurde 1913 der Lichthof des Altbaus in Geschosse umgewandelt. Das ehemalige Warenhaus bot nun als Café Moritzplatz Platz für 1228 Gäste, um 1920 gab es hier im "Triumph-Palast" – Café, Tanzsaal und Varieté und später diente es als Berliner Seidengarnfabrik (1937). Im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt, wurde die Ruine 1957 abgerissen. Das zweite W. war 1912/13 nach Plänen von Eugen Schmohl (1880–1926) im Stil der beginnenden Moderne am Moritzplatz gebaut worden. Es erstreckte sich von der Prinzenstraße bis zur Oranienstraße, wurde im Zweiten Weltkrieg ebenfalls zerstört und die Ruine später abgetragen.

Weitere Informationen unter http://berlin.kauperts.de/.