historisches Kreuzberg : Mehringdamm

Der Mehringdamm lag zum Zeitpunkt seiner Benennung nur in Kreuzberg. Heute findet man ihn in Nr.8-128 Kreuzberg und Nr. 129 Tempelhof.

Der Friedhof an der Jerusalems- und Neue Kirche III am Mehringdamm 21, 10961 Berlin.
Der Friedhof an der Jerusalems- und Neue Kirche III am Mehringdamm 21, 10961 Berlin.Foto: Doris Spiekermann-Klaas

Seit 31.7.1947 trägt er nach dem KPD-Mitbegründer Franz Erdmann Mehring (1846 Schlawe (Pommern) - 1919 Berlin) seinen heutigen Namen. Der vorherige Name war Belle-Alliance-Straße, die 1864 benannt und 1946 vorerst in Franz-Mehring-Straße umbenannt worden war. Ein neuer Straßenabschnitt zwischen Obentrautstraße und Tempelhofer Ufer wurde am 2. September 1974 ebenfalls in Mehringdamm benannt.
Franz Mehring war Schriftsteller und Redakteur. Er promovierte 1882 zum Dr. phil. und war ab 1891 Mitglied der SPD und Mitherausgeber der sozialdemokratischen Wochenschrift "Die Neue Zeit". Von 1902 bis 1907 war er Chefredakteur der "Leipziger Volkszeitung", und von 1906 bis 1911 lehrte er als Dozent an der sozialdemokratischen Parteischule. Er sprach sich 1914 gegen die Bewilligung der Kriegskredite aus.

1916 war er einer der Mitbegründer der Spartakusgruppe und im November 1918 des Spartakusbundes. Er war Abgeordneter der Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei Deutschlands. 1919 gehörte er zu den Begründern der KPD.

Mehring gilt als führender marxistischer Historiker der deutschen Arbeiterbewegung vor dem Ersten Weltkrieg und begründete eine marxistisch orientierte Literaturwissenschaft. 1914 wohnte er in Berlin-Steglitz, Kantstraße 16. Zu seinen Werken gehören "Die Lessing-Legende" (1893) und "Geschichte der deutschen Sozialdemokratie" (1897/98), er war Mitherausgeber der "Spartakusbriefe" ab 1915. Mehring untersuchte als erster unter marxistischem Ansatz die Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung. Nach seinem Tode wurde er zunächst in Steglitz beigesetzt; 1926 wurden seine sterblichen Überreste in die Gedenkstätte der Sozialisten in Berlin-Friedrichsfelde überführt.

Neben der Gedenktafel der Dragoner-Kaserne mit der Inschrift: "Dem 1 Garde Dragoner Regiment zum Gedenken. 63 Jahre war dieses Gebäude Unterkunft und Ausbildungsstätte der 1. Garde Dragoner. 1815 wurde das Regiment gegründet und 1918 aufgelöst. Es kämpfte in drei Kriegen für Deutschland.", gibt es eine zweite Tafel zum Gedenken der Opfer des Spartakus-Aufstandes.

Weitere Informationen unter http://berlin.kauperts.de/.