historisches Kreuzberg : Oranienplatz

Oranien, frz. Orange, war früher ein französisches Fürstentum mit der Hauptstadt Orange im Département Vaucluse. Wir kennen nur noch O-Straße und Oranienplatz.

Der Berliner Oranienplatz
Der Berliner OranienplatzFoto: Doris Spiekermann-Klaas

Schon im ehemaligen Bezirk Kreuzberg fand sich seit dem 24.3.1849 das ehemalige französische Fürstentum Oranien, frz. Orange.

Es war 1530 an den Grafen René von Nassau-Chalons (+ 1544) gekommen, der am 20.6.1544 seinen Vetter Wilhelm I. von Nassau-Dillenburg, den späteren Statthalter der Niederlande, als Erben einsetzte. Im Jahre 1702 übertrug Wilhelm III., König von Großbritannien und Irland, zugleich Statthalter der Niederlande, dem preußischen König Friedrich I., Sohn der Kurfürstin Luise Henriette, Prinzessin von Oranien, das Fürstentum. Im Ergebnis des Oranischen Erbfolgestreits verlor Preußen 1713 mit dem Frieden von Utrecht das Fürstentum an Frankreich. Der niederländische Besitz an Oranien kam an die Grafen von Nassau-Dietz und Nassau-Siegen, die auch den Titel "Fürst von Oranien" tragen durften.
Der Platz, bei der Separation des Köpenicker Feldes 1841 bis 1846 angelegt, erhielt seinen Namen mit Bezug auf die Oranienstraße, die ihn durchschneidet. Am 20. Mai 1937 wurden auch das Luisenufer und das Elisabethufer zwischen südlicher und nördlicher Bauflucht des Oranienplatzes in Oranienplatz umbenannt. Viele Gebäude auf dem Platz sind heute denkmalgeschützt, u.a. das Warenhaus Maassen und das Max-Taut-Haus.

Das Warenhaus Maassen

Das Gebäude entstand 1903/04 nach den Plänen des Architektenbüros Breslauer & Salinger. Das 5-geschossige Haus erhielt eine für die damalige Zeit moderne Fassade, die mit Bauteilen aus Granit und großen Fenstern gestaltet wurde. Lediglich der Eingang wurde mit einem Skulpturenrelief versehen. Bauherr war das Konfektionshaus R. M. Maassen, dass von Christfried Reinhard-Moritz Maassen begründet wurde. Max Taut bezog das Gebäude in das Warenhaus der Konsumgenossenschaft (heute Max-Taut-Haus) ein, wofür von 1931-1933 ein Umbau des Warenhauses erfolgte. Im Zweiten Weltkrieg brannte es aus, danach stellte die AOK das haus in vereinfachter Form wieder her und ist seitdem Hausherr.

Das Max-Taut-Haus

Das Gebäude entstand 1931 bis 1933 nach Plänen von Max Taut und Franz Hoffmann (1884-1951) im Stil der Neuen Sachlichkeit als Warenhaus der Konsumgenossenschaft. Es gliedert sich in einen 9-geschossigen Turmbau dem sich ein L-förmiges 7-geschossiges Gebäude anschließt. Der Stahlbetonskelettbau erhielt eine Fassade aus Werksteinplatten mit breiten rechteckigen Fenstern. Einbezogen wurde das benachbarte Warenhaus Maassen. 1935 erfolgte durch Julius Schulte-Frohlinde ein Umbau zu einem Bürogebäude der DAF und nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg der Wiederaufbau durch Wilhelm Vormeier. Seitdem wurde es ausschließlich als Bürogebäude genutzt. Heute befinden sich in dem mit Granit verkleideten denkmalgeschützten Haus Architektenbüros.

Weitere Informationen unter http://berlin.kauperts.de/.