Historisches Kreuzberg : Prinzenstraße

Seit dem 07.04.1849 kennen wir sie als die Prinzenstraße. Doch welcher Prinzen wird hier geehrt?

Die Prinzenstraße am Moritzplatz ehrt den "Prinzen von Preußen" Wilhelm.
Die Prinzenstraße am Moritzplatz ehrt den "Prinzen von Preußen" Wilhelm.Foto: Doris Spiekermann-Klaas

Als zweiter Sohn des preußischen Königs Friedrich Wilhelm III. und der Königin Luise nahm er mit nur 17 Jahren an den Feldzügen 1814 und 1815 gegen Napoleon teil. 1829 heiratete er Prinzessin Augusta von Sachsen-Weimar-Eisenach.

Wilhelm I. (1797 - 1888), deutscher Kaiser und König von Preußen, erhielt als 1840 sein kinderloser älterer Bruder als Friedrich Wilhelm IV. den Thron bestieg, den Thronfolger-Titel „Prinz von Preußen“.

Während der Märzrevolution von 1848 trat er für die militärische Niederwerfung der Revolution ein. Irrtümlich für den Artillerieeinsatz gegen Berliner Barrikaden am 18. März 1848 verantwortlich gemacht, erhielt er die Bezeichnung „Kartätschenprinz“. Sein hartes Vorgehen zwang ihn zur Flucht nach England, wo er sich einige Monate aufhalten mußte, bis sich die Wogen geglättet hatten. Er leitete im Jahr darauf die Niederschlagung des badischen und pfälzischen Aufstandes zur Durchsetzung der Deutschen Reichsverfassung. Bis Oktober 1858 war er mit verschiedenen Regierungsämtern in den westlichen Gebieten Preußens betraut, dann übernahm er die Regentschaft für seinen geistig erkrankten Bruder.

Eine neue Politk - eine Neue Ära

Im November des Jahres leitete Wilhelm I. die Politik der Neuen Ära ein, die sich bald nach seiner Thronbesteigung im Jahr 1861 im Streit um die Heeresreform zum Verfassungskonflikt in Preußen ausweitete. Bereits an Abdankung denkend, setzten die Konservativen 1862 Bismarcks Berufung zum Ministerpräsidenten durch, der zunehmend Einfluß auf Wilhelm I. und damit auf die Politik Preußens gewann. Gleichwohl wusste sich Wilhelm I. seinen Platz neben Bismarck in der Geschichte zu sichern. Im Preußisch-Österreichischen Krieg von 1866 und im Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71 übernahm er den Oberbefehl der Armee. Sein Beharren auf dem Legitimitätsprinzip, d. h. der Zustimmung aller Bundesfürsten zur Kaiserkrönung, und seine um Kooperation mit den deutschen Fürstenhäusern bemühte Politik nach der Reichseinigung beförderten wesentlich die Integration der deutschen Einzelstaaten in das neugeschaffene Deutsche Reich und die Festigung der monarchischen Staatsidee.

Mit der Reichsgründung wurde Berlin kaiserliche Residenzstadt und Reichshauptstadt.

Berlin expandierte, den Gründerjahren folgte der Gründerkrach. Es entwickelte sich zur Metropole von Weltrang. Aus dem „Kartätschenprinzen“ war ein „alter Herr“ geworden, den man in Berlin, sieht man von den zwei Attentatsversuchen im Jahre 1878 auf ihn ab, durchaus freundlich bei seinen Spazierfahrten grüßte. Seine Grabstätte befindet sich im Mausoleum im Charlottenburger Schloßpark.

Die Straße wurde bei der Aufteilung des Köpenicker Feldes 1841-1846 neu angelegt. Der in Mitte liegende Abschnitt Sebastian- bis Annenstraße ist laut Magistratsbeschluß vom 22. Juli 1960 in Heinrich-Heine-Straße umbenannt worden.

Weitere Informationen unter http://berlin.kauperts.de/.